Reisebericht Südtirol Juli 2007
Im Juli 2007 zog es uns für einige Tage nach Südtirol. Wie es immer im Urlaub ist, die Zeit war definitiv zu kurz, so dass wir nur einige Eindrücke sammeln konnten.
Die erste Station unserer Reise war eine Rast beim „Zugspitzenblick". Die Zugspitze zeigte sich bei herrlichem Sonnenwetter von ihrer besten Seite und bot mit dem malerisch gelegenen Blindsee einen wunderschönen Ausblick. Also gleich mal das nagelneue Sigma 10-20 mit Polfilter ausgepackt und draufgehalten.
Alle Bilder dieses Reiseberichts sind ausschließlich mit dem Ultraweitwinkel Sigma 10-20 (und meistens mit Pol) sowie mit der EOS 400D geschossen.
Weiter ging es durch die Berglandschaft Österreichs. Nach einer kurzen Pause am vorbeirauschenden Wasser der Inn ging es Richtung Nauders auf 1.394 Metern Höhe. Dort hielten wir noch zum Tanken (österreichische Spritpreise!) an.
Über den Reschenpass auf 1.504 Metern kamen wir endlich nach Italien. Glücklicherweise waren trotz Ferienbeginn wenig Autos auf diesem Pass unterwegs, so dass wir schnell vorankamen. Kurz nach der Grenze gelangten wir an den wunderschönen Reschensee (oder auch Lago de Resia). Der künstlich angelegte Stausee liegt inmitten der Talebene und lädt zum verweilen ein. Leider ist die Entstehung des Stausees nicht allzu rühmlich. Der Mitten im See gelegene St.-Anna-Turm erinnert noch heute an die tragische Zwangsenteignung vieler Südtiroler in den Jahren 1949/50 und die Überflutung der Talgebiete.
Nach vielen Eindrücken am Reschensee ging es steil bergab ins Vinschgau hinunter. Das ganze Tal ist von Obstplantagen gesäumt. Von hauptsächlich Apfelbäumen begleitet erreichten wir gegen Abend Meran und fuhren auf der Schnellstraße gen Bozen weiter zu unserem ersten Hotel in Lajen (Laion). Einen kurzen Blick auf die „glühenden" Dolomitenspitzen des Grödnertals erhaschten wir noch, bevor die Sonne endgültig hinter den Bergen versank.
Am nächsten Tag fuhren wir Richtung Dolomiten. Bereits nach kurzer Zeit machten wir in Brixen halt, um dort die Altstadt, St. Michael und den Dom Mariä Himmelfahrt mit seinen beeindruckenden Wandmalereien innerhalb des Domkreuzgangs zu bewundern.
Weiter ging es auf der Dolomitenstraße vorbei an Bruneck und Toblach. In Toblach bot sich uns, von einem Aussichtspunkt aus, ein toller Blick auf die Dolomiten. Der Toblacher See lud anschließend zu einer weiteren Pause ein.
Über den Passo di Falzarego und das Pordoijoch erreichten wir die touristischen Hochburgen Canazei und Vigo di Fassa, welche wir rasch hinter uns ließen. Bemerkenswert sind die wunderschönen und bis zu 2.200 Meter hochgelegenen Pässe, die eine herrliche Vorstellung von den Dolomiten vermitteln. Der Karersee war die letzte Sehenswürdigkeit des Tages, bevor wir die Dolomitenstraße verließen und weiter Richtung Meran zu unserem nächsten Hotel fuhren.
Den dritten Tag verbrachten Holger und ich auf Bergwanderung. Bestiegen wurde der Hirzer (2.781 Meter) im Sarntal bei Meran (siehe etwas weiter unten).
Am vorletzten Tag besuchten wir Bozen und Meran. Die Südtiroler Hauptstadt Bozen hat uns sehr gut gefallen. Ein buntes, südländisches Treiben durchfloss die Stadt. Schön waren der Platz Walther
von der Vogelweide, der Dom, die Laubengasse und der Obstmarkt.
Meran dagegen ist eher eine Kleinstadt mit knapp 37.000 Einwohnern und sehr schöner Kulisse und Einkaufspassage. Eine kleine, alte landesfürstliche Burg, mit interessanter Geschichte bzw. Legende
stand ebenso wie ein Besuch bei einem einheimischen Metzger (Südtiroler Speck) auf dem Programm.
Aber auch das Wetter lohnt sich: Das mediterrane Klima in Meran zählt im Jahr durchschnittlich 300 Sonnentage. Durch die Lage der Texelgruppe wird der Talkessel von Regen und kalten Winden gut
geschützt.
Den letzten Tag nutzen wir, um bei der Heimfahrt noch einige sehenswerte Punkt anzufahren. Dabei mussten wir allerdings den Rückreisestau Richtung Deutschland im Auge behalten. Es ging über den
Reschenpass westlich Richtung Schweiz nach Feldkirch in Österreich. Mittagessen mit Sightseeing machten wir im nahegelegenen Vaduz (Lichtenstein). Weiter ging es über Bregenz Richtung Singen am
Bodensee entlang nach Stuttgart.
Besteigung des Hirzer (2.781 m)
Der Hirzer ist mit 2.781 Metern die höchste Erhebung des Sarntals in Südtirol. Dieses Gebiet liegt nördlich von Bozen und östlich von Meran in Südtirol. Durchflossen wird diese Fläche von der Talfer, die bei Bozen in den Eisack mündet.
Los ging es am Vormittag Richtung Saltaus, einer kleinen Gemeinde nördlich von Meran. Hier ist der Standort von der Talstation (490 Meter) der Hirzer Seilbahn. Für 14,- € pro Person haben wir die Hin- und Rückfahrt der Strecke über die Talstation Salthaus zur Mittelstation Prenn und anschließend zur Bergstation Klammeben gebucht. Die Fahrt dauerte zwischen Tal- und Mittelstation ca. 5 Minuten, nach einem Umstieg in eine andere Gondel ging es ca. weitere 5 Minuten hoch zur Bergstation auf 1.980 Meter.
Von der Bergstation Klammeben ging es mit einem lockeren Spaziergang zur Hirzerhütte. Von dort beginnt der Aufstieg zum Gipfel des Hirzers. Zuerst kamen wir an einer alten Holzhütte mit lustiger
Außenfassade vorbei. Hier saß eine waschechte, ziemlich alte Südtirolerin, die uns gerne den richtigen Weg zeigte.
Die ersten Schritte Richtung Gipfel führten uns an einem kleinen Bach und viele Kühen vorbei. Die Rinder standen bzw. lagen teilweise auf dem Weg, waren aber an Menschen gewöhnt, so dass ein
problemloses vorbeikommen gewährleistet war. Es sah aber fast so aus, als wollten die Rindviecher Wegezoll verlangen ...
Der Weg wurde immer steiniger und steiler. Nach einigen Höhenmetern kamen uns die ersten Steinmännchen entgegen. Diese Kameraden sollten uns bis zum Gipfel nicht mehr verlassen und ein stetiger Begleiter bleiben.
Mit flottem Schritt und einigen Fotopausen kamen wir unterhalb des Bergkamms zu einer frühen Herausforderung. Wir mussten den ersten steilen Weg bis hinauf zum Gratansatz bewältigen. Teilweise waren alle Viere notwendig (die SLR war zu diesem Zeitpunkt gut verstaut im Rucksack geschützt und zusätzlich mit einem Handtuch aus dem Hotel umwi-ckelt), der Weg an sich hat aber Spaß gemacht.
Nach ca. 20 Minuten waren wir dann auf dem breiten Bergkamm in 2.678 Metern Höhe. Umringt von sehr vielen Steinmännern konnten wir einen herrlichen Blick über die Sarntaler Alpen genießen. Etwas weiter weg am Horizont konnten wir die Dolomiten schemenhaft erkennen. Nach einer Pause mit vielen Fotos ging es weiter Richtung Gipfel.
Der markierte Weg wurde wieder einfacher und führte uns erst ein kurzes Stück abwärts, um anschließend relativ steil hinauf zum Gipfelkreuz zu verlaufen. Nach guten 2,5 Stunden waren wir auf 2.781
Metern angelangt.
Die sich bietende Aussicht war super. Der Gipfel bietet einen Rundblick über die Ötztaler Alpen, die Texelgruppe, Stubaier Alpen und Zillertaler Alpen bis hin zu den Dolomiten und der
Ortlergruppe.
Der Abstieg vom Hirzer verlief auf demselben Weg wie nach oben. Fotopausen, Aussicht genießen, Steinmänner verabschieden und schnell-um-die-Kühe-rumlaufen war die Devise. Kurze Rast am Gasthof und gegen 17:00 Uhr stiegen wir in die Gondel Richtung Tal.