Reisebericht Südtirol Juli 2009

Ziel war diesmal wieder Lana in Südtirol mit einem Abstecher nach Florenz. Vor Südtirol besuchten wir aber noch für 3 Nächte den Nationalpark Hohe Tauern in Österreich.

 

Samstag, 18. Juli 2009

Wir fuhren voll gepackt am Morgen in Schwieberdingen los. Regen, keine 12 Grad.

Richtung Alpen ging es weiter mit Dauerregen, hinzu kam etwas Stau. Nach einigen Schleichwegen um München herum führte uns die Route Richtung Rosenheim, Kitzbühl, St. Johann und Zell am See.

Großglockner Hochalpenstraße

Leider gingen die Temperaturen noch stärker in den Keller -> nun waren es keine 6 Grad mehr ... uns dünkte schon Unheil, da auch die Regenfälle nicht nachlassen wollten.

Der Anfang der Hochalpenstraße (kurz nach Fusch auf knapp 1000 Metern), noch liegt kein Schnee ;-)

Bei Flusch an der Glocknerstraße kamen wir zu dem Mauthäuschen und löhnten für eine 15-Tageskarte 35 Euro. Der nette und hilfsbereite Herr an der Mautstation fragte uns noch, wo wir denn genau hin wollen, da es gerade Schneefälle um die Hochpassstraße gibt.

Nach einigen Instruktionen ("... schnell auf die Hütte und dort bleiben ...") fuhren wir die Glocknerstraße hoch.

 

Die Großglockner Hochalpenstraße verbindet als hochalpine Gebirgsstraße die beiden österreichischen Bundesländer Salzburg und Kärnten.

Sie führt von Bruck an der Großglocknerstraße über das Fuscher Törl und das Hochtor nach Heiligenblut, mit Abzweigungen auf die Edelweißspitze und die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

 

 

 

 

 

Charakteristisch für den Nationalpark sind die Gletscher sowie eiszeitlich geformte Täler, hochalpine Heidelandschaften, aber auch größere Wäldergebiete.

Vorbei an ein paar sehr schönen Wasserfällen wurde es tatsächlich ab 1.400 Metern immer weißer, der Regen ging in leichten Schneefall über. Zuerst war es natürlich eine Gaudi -> Schnee im Juli während dem Sommerurlaub!

 

Glücklicherweise hatten wir unsere Winterjacken (mit Fleece!) eingepackt, aber irgendwie paradox: Die Wettervorhersagen sagten für Südtirol respektive Norditalien weit über 30 Grad und Sonnenschein voraus.

Das Vehikel, kurz vor dem Schneetreiben!

So ab 1.600 Höhenmetern wurde alles komplett weiß, hinzu kam Nebel und starker Schneefall. Unsere Tour auf der Großglocknerstraße zu unserem Hotel (Karl-Volkert-Haus am Großglockner) führte uns knapp 40 km über Höhen bis 2.500 Metern. Auf der Edelweißspitze, dem bekannten Aussichtspunkt auf 2.571 Metern Höhe, mussten wir unbedingt anhalten und die "Aussicht" genießen. :-)

 

Ein Meer aus Schnee und Nebel um uns herum ...

Ein Schneemann im Juli! Für uns "Flachlandtiroler" ein sehr sehr sehr seltener Anblick! :-)
Die letzten Kilometer waren dagegen problemlos zu fahren.
Karl-Volkert-Haus (2.148 Meter)

Nach dem Einchecken im Karl-Volkert-Haus fuhren wir noch kurz zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und schauten uns etwas um (wo sind die Wanderwege und vor allem: Wo sind die Murmeltiere!).

 

Das Abendessen im Karl-Volkert-Haus (unser Quartier für die nächsten 3 Nächte) mit Fleischkäse, Bratkartoffeln und Apfelstrudel hatten wir uns am Ende wirklich verdient!

 

Wir können das Karl-Volkert-Haus nur empfehlen. Neben der fantastischen Lage am Fuße des Glockners bieten die freundlichen Betreiber sehr gute Mahlzeiten (Frühstück sowie Mittag- bzw. Abendessen). Auch die Zimmer sind preiswert und schön eingerichtet.

 

Link zur Homepage:

Karl-Volkert-Haus

bzw. Gastronomie entlang der Straße

Wir hofften auf besseres Wetter am nächsten Tag, vor allem wollen wir die Murmeltiere sehen und fotografieren sowie die ersten Bergtouren machen.

 

Sonntag, 19. Juli 2009
In der Nacht blieb es stürmisch und regnerisch. Uns drohte schon weiteres Unheil. Beim ersten Blick am frühen Morgen allerdings begrüßte uns die aufgeklarte Bergwelt.
Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir zu der Kaiser-Franz-Jospeh-Höhe um die Murmeltiere zu besuchen.

Über vereiste Wege gelangen wir zu den Tieren, die sich schon ausgiebig in der Sonne wärmten.

Ich konnte mit dem 500er immer näher ran, wirklich richtig scheu sind die Murmeltiere am Glockner aber nicht! ;-) Selbst Fotos mit dem Weitwinkel 17-40 bei 17mm konnte ich schießen.

Es war einfach herrlich, die knuffigen Nager zu beobachten!

Neben den Murmeltieren begegneten uns auch Steinböcke

In der Swarovski-Warte gab es zudem einiges zu entdecken. Neben einer herrlichen Aussicht konnte man alles über den Gletscher sowie die Tier- und Pflanzenwelt des Großglockners erfahren.


Nach der ausgiebigen Fototour mit den Murmeltieren und einer heißen Tasse Schokolade fuhren wir über den Großglocknerpass nach Zell am See und am Abend wieder zurück in das Karl-Volkert-Haus.

Unterwegs machten wir nochmals an den bekannten Aussichtspunkten einen Stopp. Diesmal hatten wir auf fast 2.600 Metern fantastische Sicht auf die umliegenden Berge mit Winterpanorama.

Paradox: Oben auf dem Berg Schnee, unten im Tal grüne Landschaften mit knapp 20 Grad.

Der wunderschön am Wasser und von Bergen umrahmt gelegene Kurort Zell am See (etwa 10.000 Einwohner) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks Zell am See im österreichischen Bundesland Salzburg.

 

Montag, 20. Juli 2009
Perfektes Wetter. Recht warm und wolkig, also ideal für ein weiteres ausgiebiges Shooting mit den Murmeltieren. Diesmal konnte ich meine absoluten Wunschfotos von den Murmeltieren schießen (gähnend).

Die anschließende Wanderung bei der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ("Gamsgrubenweg") führte uns hoch über der beeindruckenden Gletscherlandschaft der Pasterze. Dieser Panoramaweg offenbarte uns Eisabbrüche, Moränen sowie die Gletscherzunge. Nach ca. einer Stunde waren wir in 2.548 Metern Höhe bei dem Wasserfallwinkel angekommen.

Schleierwasserfall bei Kals

Nach dem Mittagessen im Karl-Volkert-Haus führen wir die Großglocknerstraße Richtung Süden über Heiligenblut und Lienz nach Kals. Kals an der Glocknerstraße ist faktisch nur einen Steinwurf von unserem Volkert-Haus entfernt (andere Seite des Glockners), da aber keine Straße direkt dort hin führt, müssen wir den Umweg über Lienz fahren. Vor Kals besuchen wir den gigantischen Schleierwasserfall.

Aber auch unterwegs gab es an fast jeder Ecke beeindruckende Wasserschauspiele.

 

Dienstag, 21. Juli 2009
Leider müssen wir den Großglockner verlassen. Nach bisher knapp 830 km passieren wir das Mauthäuschen an der Passstraße und fahren Richtung Süden zu den "Drei Zinnen" im Naturpark Sextner Dolomiten in Italien.

 

Für weitere Informationen zum Großglockner: Homepage Großglockner Hochalpenstraße

Die Drei Zinnen (in italienisch "Tre Cime di Lavaredo") sind ein Gebirgsstock in den Sextener Dolomiten in den Gemeinden Toblach, Innichen und Sexten.
Genau über die Gipfel verläuft die Grenze zwischen den Provinzen Belluno im Süden und Südtirol im Norden. Bis 1919 waren die Drei Zinnen die Grenze zwischen Italien und Österreich.

Die größte Zinne ist 2.999 Meter hoch (neben 2.857 und 2.973 Metern). Die Drei Zinnen gehören zu den bekanntesten Landschaftsbildern der Alpen und sind das Sinnbild für die Dolomiten.

 

Auch spielte das Wetter wieder wunderbar mit. Teils sonnig, teils wolkig, aber Temperaturen von über 25 Grad im Tal sowie hoch oben knapp 20 Grad. Die Fahrt zu den Drei Zinnen (20 Euro Mautgebühr) bietet fantastische Aussichtspunkte auf die umliegenden Berge. Der erste Teil des Rundwanderwegs ist problemlos verlaufen. An einer kleinen Hütte, die von sehr vielen Wanderern besucht wird, machen wir eine kleine Rast. Den "Abstieg" nehmen wir über eine im Reiseführer gepunktet (schwer) beschriebene Route über Felsen und Gletscher.

Nach dem etwas beschwerlichen letzten Weg fuhren wir am späten Nachmittag über Bruneck, Brixen und Bozen weiter zu unserem Hotel in Lana bei Meran. Das Hotel "Teiss" der Familie Stauder ist uns noch von letztem Jahr in sehr guter Erinnerung (und kann von uns sehr empfohlen werden). Familie Stauder ist sehr nett und hilfsbereit, Frühstück, Zimmer und Preise sind insgesamt sehr gut. Auch bietet die Lage des Hotels die Möglichkeit zu ausgedehnten Wanderungen (wie dem Vigiljoch, siehe nächster Tag), da auch die Seilbahn keine fünf Gehminuten entfernt ist.

 

Weitereführende Infos auf der Homepage des Hotels Teiss.

 

Mittwoch, 22. Juli 2009
Dieser Tag stand ganz im Zeichen einer großen Bergwanderung. Los ging es mit der ersten Seilbahn des Tages zum Vigiljoch auf knapp 1.400 Metern Höhe. Die Route führte uns über die kleine Kirche St. Vigilius zur Naturnser Alm Richtung Hochwart (2.608 Metern). Der Wetterbericht sagte gutes und sonniges Wetter voraus. Leider war dem auf knapp 2.000 Metern Höhe nicht (mehr) so. Wir liefen die nächsten Stunden im Nebel bzw. einer hartnäckigen Wolke. Erst am Fuße des Hochwarts klaffte eine kleine Lücke und die Wolke gab einen Blick auf Meran frei.

Der Abstieg war deutlich einfacherer, auch bei ab der Alm war eigentlich bestes Wanderwetter. Wir gönnten uns den Spaß und fuhren noch mit dem Sessellift zur Seilbahn.

Insgesamt waren wir knapp 9 Stunden unterwegs.

Infos zum Vigiljoch.

 

Therme Meran

Donnerstag, 23. Juli 2009
Nach der längeren gestrigen Wanderung gönnten wir uns am Vormittag einen ausgedehnten Besuch in der Meraner Therme.


Am Nachmittag bummelten wir durch Bozen, am Abend waren wir wieder in Meran (Abendessen [Pizza] in der Laubengasse).

 

Freitag, 24. Juli 2009

Am Freitag fuhren wir in die mittelitalienische Stadt Florenz (italienisch Firenze) am Fluss Arno. Die Hauptstadt der Toskana und der Provinz Florenz hat fast 400.000 Einwohner und bot uns grandiose Sehenswürdigkeiten mit der historischen Altstadt.

 

In die Stadt der Medici dauerte es von Meran knapp 4 Stunden und kostete hin und zurück insgesamt knapp 50 Euro Autobahnmaut. Die Autobahnen sind dafür (fast) immer wenig befahren - zumindest für (süd)deutsche Verhältnisse - und gut ausgebaut.

 

Samstag, 25. Juli 2009
Nach einer etwas längeren Nacht, bedingt durch die späte Heimfahrt von Florenz, und spätem Frühstück bummelten wir gegen Vormittag noch durch Meran und machten einige Besorgungen (hauptsächlich der bekannte Südtiroler Speck).

Am Nachmittag ging es auf eine entspannte Wanderung auf Meran 2000. Auf den Berg führte eine etwas ältere aber sicherer Seilbahn hinauf. Das Hochplateau von Meran 2000 bietet nochmals einen sehr schönen Blick auf Meran sowie die umliegenden Täler. Auch läd der Berg zu angenehmen Wanderungen ein. Angekommen auf einer Berghütte gab es erstmal die von uns favorisierte Hüttenmakkaroni.

 

Sonntag, 26. Juli 2009
Leider ist der Urlaub zu Ende. Nach wunderbaren Eindrücken machen wir uns auf den Weg Richtung Heimat.


Der erste Stopp ist der Reschensee am Reschenpass mit dem bekannten aus dem Wasser ragenden Kirchturm. Dieser Haltepunkt hat für uns schon Tradition, da wir sowohl bei der Hinfahrt wie auch bei der Rückfahrt 2007 und 2008 gehalten haben.

Zugspitzblick

Über den wunderschönen Zugspitzblick nahe der Grenze fahren wir über das Allgäu Richtung Ulm zum Abendessen zu einem Schnitzelhaus.

Nach insgesamt 2.514 km, 40,5 Stunden Autofahrt und 202,71 Litern Sprit (8,06 Liter / 100 km) kommen wir wieder Zuhause an.