Yellowstone Nationalpark Teil 2

Themen des Reiseberichts Yellowstone Nationalpark, Teil 2

 

- Fairy Falls

- Grand Prismatic Spring

- Midway Geyser Basin

- Canyon Village

- Artist Point

- Lookout Point

- Uncle Tom´s Trail

- Upper Falls View, Brink of Upper Falls und Yellowstone River

- Tiere

- Morgenstimmungen

- Biscuit Basin und Mystic Falls

- Impressionen aus dem Nationalpark

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Fairy Falls

Die Fairy Falls stürzen vom Madison Plateau ca. 60m in die Tiefe.
Die Fairy Falls stürzen vom Madison Plateau ca. 60m in die Tiefe.

Der Yellowstone Nationalpark bietet rund 2.000 Kilometer markierte und gut ausgebaute Wanderwege an, die verteilt über den gesamten Park zu finden sind.

 

Die unten aufgeführte Wanderung zu den "Fairy Falls" ist sehr empfehlensert.

 

 

Fairy Falls Trail

 

Position:

Nördlich von Old Faithful

 

Entfernung:

Hin- und Rückweg ca. 5,0 Meilen (8,0 km)

 

Schwierigkeit: leicht

 

Die Wanderung beginnt am eigens dafür angelegten kleinen Parkplatz zwischen Old Faithful und Midway Gesyer Basin. Die Wege sind gut ausgebaut sowie beschildert und führen teilweise durch ein noch recht junges Waldgebiet sowie durch offenes Terrain zum majestätischen Fairy Fall. Von dort geht der Wanderweg zu den Geysiren "Spray Geyser" und "Imperial Geyser" weiter.

Unsere Wanderung zu den Fairy Falls startete direkt nach dem Frühstück mit Aussicht auf gutes Wetter. Die Wettervorhersage im Yellowstone Nationalpark ist allerdings so eine Sache. Täglich gibt es zeitweilige Gewitter, die einen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Tag über irgendwann erwischen. Je nach Windrichtung kann man den grauen Gewitterwolken oft in weiter Entfernung dabei zusehen, wie sie über den Park ziehen und sich entladen.

Landschaft beim Imperial Geyser.
Landschaft beim Imperial Geyser.

Während unserer Wanderung beschloss der Wind zu drehen, weshalb wir uns nahe dem Imperial Geyser plötzlich im nahenden Gewitter befanden. Mitten im Waldgebiet wollten wir kein Risiko eingehen und machten uns rasch wieder auf den Weg Richtung Parkplatz. Auf halber Wegstrecke kamen wir dennoch in einen ordentlichen Hagelschauer, der um uns herum alles weiß färbte. Eine viertel Stunde später schien wieder die Sonne, als ob nichts gewesen wäre … ein unvergessliches Naturschauspiel!

 

Folgende Fotos verdeutlichen dies ...

Ein weiteres Highlight befindet sich entlang dem Wanderweg zu den Fairy Falls:

Auf Höhe des Midway Geyser Basin gibt es einige versteckte Trampelpfade (Vorsicht -> sehr steil und rutschig!) auf die gegenüberliegende Hügelkette. Der sich hier bietende Blick auf den Grand Prismatic Spring ist atemberaubend (siehe folgende Fotos "Grand Prismatic Spring" und Midway Geyser Basin")!

Grand Prismatic Spring

Der Grand Prismatic Spring (63-86° Grad heiß und 76-115 m tief) ist weltweit die drittgrößte heiße Quelle (die beiden größten Quellen befinden sich in Neuseeland).

Der auf einem kleinen Hügel gelegene Quelle entspringen pro Minute ca. 2.000 Liter Wasser, welches viele kleine, stufenförmige Terassen bildet.

Grand Prismatic Spring selbst ist tiefblau, die gelblich-rötliche Färbung am Rand der Quelle wird durch Algen verursacht.

Vom Bohlensteg aus lässt sich das wunderschöne Farbenspiel durch den vielen Dampf oft nur erahnen.
Vom Bohlensteg aus lässt sich das wunderschöne Farbenspiel durch den vielen Dampf oft nur erahnen.
Grand Prismatic Spring
Grand Prismatic Spring

Midway Geyser Basin

Regenbogen am Midway Geyer Basin
Regenbogen am Midway Geyer Basin

Midway Geyser Basin ist ein Teil des Lower Geyser Basins, erhielt aufgrund seiner isolierten Lage zwischen Lower und Upper Geyser Basin jedoch einen eigenen Namen.

Trotz seiner kleinen Größe besitzt der Basin zwei der größten heißen Quellen des Yellowstone Nationalparks: den fantastischen Grand Prismatic Spring (siehe oben) und Excelsior Geyser.

Abendstimmung am Grand Prismatic Spring
Abendstimmung am Grand Prismatic Spring

Der Excelsior Geyer (92° Celsius / 84-99 m tief) war einst der größte Geysir der Welt. Seine Wasserfontainen stiegen früher bis zu 90 m hoch in den Himmel.
Nach gewaltigen Ausbrüchen während der 1880er Jahre versiegt der Geysir jedoch und ist daher heute eine „schlafende Quelle“.

 

Die beiden kleineren Quellen Turquoise Pool and Opal Pool sind vor allem für ihre blassblaue und dunkelblaue Färbung bekannt.

 

Der Weg zum Midway Geyer Basin führt vom Parkplatz aus über eine malerische Holzbrücke über den Firehole River. Am Flußufer zischt und brodelt es durch einige kleine Quellen ebenso wie auf dem anschließenden Bohlenweg.

 

Leider ist der der Parkplatz wie auch der Bohlenweg direkt am Grand Prismatic Spring durch dessen Beliebtheit oft sehr überlaufen. Die grandiosen Farben der Quelle lassen sich vom Boden aus jedoch nur erahnen. Den besten Ausblick hat man von oben.

Gewitterstimmung am Abend (zur blauen Stunde).
Gewitterstimmung am Abend (zur blauen Stunde).

Canyon Village

Der Grand Canyon of the Yellowstone ist eine tiefe Schlucht im Yellowstone Nationalpark.

Ab der Ortschaft Tower-Roosevelt erstreckt sich der Canyon über ca. 32 km. Seine heutige Form hat der Grand Canyon dem Yellowstone River zu verdanken.

 

Die bekannten  Sehendwürdigkeiten sind die Wasserfälle Upper Falls (33 m) und Lower Falls (94 m), welche entlang der nördlichen und südlichen Kante über viele mehr oder weniger gut erreichbare Aussichtspunkte betrachtet werden können.


Die Gegend um Canyon Village bietet neben Übernachtungsmöglichkeiten auch viele kurze und längere Wanderwege in die nähere Umgebung.

Artist Point

Besonders hervorzuheben ist der Aussichtspunkt "Artist Point" an der South Rim mit Blick auf den Yellowstone River und die Lower Falls.

Bereits der Maler Thomas Moran erkannte während der Hayden-Expedition (im Jahr 1871) die Schönheit der Natur und hielt diese auf seinen Bildern fest.

 

Leider ist Artist Point kein allzu großes Geheimnis und daher den Tag über recht bevölkert. Wenn nicht gerade eine laut schnatternde Reisegruppe um einen herum unterwegs ist, kann man die einzigartige Stimmung des Aussichtspunkts jedoch in Ruhe genießen.

 

Wer den Touristen entfliehen will, kann sich zu einem ca. 5-6 km langen Wanderung zum Clear Lake und Liliypad Lake aufmachen. Der leichte Wanderweg ist vom Parkplatz am Artists Point, Uncle Tom´s Trail oder der Chittenden Bridge aus erreichbar.
Leider hatten wir zu wenig Zeit, um die Natur um Canyon Village herum zu erkunden.

Lookout Point

Auch am "Lookout Point" bekommt der Besucher des Canyons eindrucksvolle Ausblicke auf den Wasserfall.

Uncle Tom´s Trail

Die Lower Falls sind mit 94m fast doppelt so hoch wie die Niagarafälle.
Die Lower Falls sind mit 94m fast doppelt so hoch wie die Niagarafälle.

Nach Gründung des Yellowstone Nationalparks im Jahr 1872 war die heutige Infrastruktur bei weiten noch nicht gegeben.

Die Wasserfälle des Grand Canyon of the Yellowstone konnten erst im Jahr 1898 besichtigt werden, nachdem "Onkel" Tom Richardson von der Regierung die Erlaubnis für ein Fährunternehmen erhielt. Über den Yellowstone River organisierte er Fährfahrten für die Besucher und begleitete sie anschließend über den "Uncle Tom´s Trail" zu den eindruckvollen "Lower Falls".

 

Auch wenn die Seile und Leitern von damals inzwischen gusseisernen Stegen und Treppen (mit 300 Stufen!) gewichen sind, ist der 150 m tiefe Abstieg zu den Lower Falls auch heute noch immer eine recht abenteuerliche Angelegenheit - und vor allem nichts für Leute mit Höhenangst.

 

Gutes Schuhwerk sowie ausreichend Wasser und Zeit für Pausen (insbesondere auch wegen der Höhe jenseits der 2.000 m über NN) sind unabdingbar.

Aussicht vom Uncle Tom´s Trail auf die Lower Falls mit Regenbogen. Links oben: Aussichtspunkt "Brink of the Lower Falls".
Aussicht vom Uncle Tom´s Trail auf die Lower Falls mit Regenbogen. Links oben: Aussichtspunkt "Brink of the Lower Falls".

Upper Falls View, Brink of Upper Falls und Yellowstone River

 

Der Yellowstone River schlängelt sich auf einer Länge von insgesamt 1.114 km durch die Bundesstaaten Wyoming, Montana und North Dakota.

Unmittelbar nach der Grenze zu North Dakota mündet er schließlich in den Missouri River.

 

Der Yellowstone River begleitet den Besucher des Yellostone Nationalparks vom Grand Lake bis zum Grand Canyon.

Erst die beiden Wasserfälle Upper Falls und Lower Falls verwandeln das ruhige Wasser in einen reißenden Fluss.

 

Die Indianer nannten den Fluss wegen der gelben Färbung des Gesteins an seinen Ufern "Mi tse a-da-zi", was übersetzt soviel wie "Yellow Stone" (gelber Felsen) bedeutet.

Aussichtspunkt "Brink of the Upper Falls" (33m).
Aussichtspunkt "Brink of the Upper Falls" (33m).

Tiere

Der Yellowstone Nationalpark ist vor allem für seine Bisons bekannt, welche sich den Sommer über im Hayden Valley aufhält. Mit etwas Glück können von der Straße aus immer wieder einzelne Tiere oder kleine Herden gesichtet werden.

Im ersten Moment mussten wir über das Schild sehr schmunzeln, hatten wir doch nicht vor, uns den Wildtieren - insbesondere den Bisons - tatsächlich zu nähern ... schließlich hatte ich ein Tele-Objektiv dabei! :-)

 

Im Laufe der folgenden Tage mussten wir jedoch immer wieder feststellen, wie andere Parkbesucher den Abstand zu den Bisons und anderen großen Tieren wie Hirschen oder Bären missachteten, die Rückzugsmöglichkeiten der Tiere blockierten und sich damit selbst in Gefahr brachten.

Amerikanischer Bison (Bison bison) / American bison

... beim Sandbad.
... beim Sandbad.
... beim chillen.
... beim chillen.
... beim fressen.
... beim fressen.

Uinta-Ziesel (Spermophilus armatus) / Uinta ground squirrel

Wapiti (Cervus canadensis) / elk

Wapati-Hirsch
Wapati-Hirsch

Morgenstimmungen

Gelegentlich ist am frühen Morgen der Yellowstone Nationalpark von einer dichten Schicht Bodennebel umgeben. Wer früh aufsteht, kann den Nationalpark dann in einer ganz anderen, mystischen Stimmung erleben ...

Ein Wolken- oder Nebelbogen!
Ein Wolken- oder Nebelbogen!

Biscuit Basin und Mystic Falls

Der Biscuit Basin wird vom Saphire Pool (mit einer Temperatur von ca. 95° Celsius und einer Tiefe zwischen 5,5 und 9 m) dominiert, dessen kristallklares Wasser an die Farbe eines orientalischen Saphirs erinnert.

Namensgeber des Biscuit Basin war einst die spezielle Form der Ablagerungen am Rand des Saphire Pools, welche jedoch durch ein Erdbeben im Jahr 1959 zerstört wurden.

Viele der heißen Quellen und Geysire des Biscuit Basin sind aufgrund ihrer Farbgebung nach Edelsteinen benannt.

Mystic Falls

Position:
Hinter dem Biscuit Bassin

 

Rundwanderweg:
ca. 3,0 Meilen (4,8 km)

 

Schwierigkeit: leicht bis mittel

 

Vom Biscuit Bassin aus starteten wir unsere Wanderung zu den Mystic Falls.

Nach etwa 800 m gelangt man zum Rundwanderweg, welcher einen linkerhand zunächst über einen leichten Pfad in ein schönes Tal und zum Mystic Falls (Wasserfall) führt. Wer nur den Wasserfall sehen möchte, kann von hieraus wieder umkehren.

 

Der Wanderweg führt einen an den Kaskaden des Wasserfalls (mit einer Höhe von 21 m) entlang weiter hinauf zur Kante des Madison Plateaus. Nach einem angenehmen Spaziergang durch den Wald wird der Wanderer mit einem weitern Ausblick auf das Biscuit Basin bis hin zum Old Faitful Inn belohnt.
Der Abstieg erfolg anschließend über recht steile, steinige Serpentinen wieder zum Ausgangspunkt.

 

Wir waren froh, uns gleich zu Beginn für den linken Teil des Rundwanderwegs entschieden zu haben. Der Aufstieg über die Serpentinen wäre wesentlich anstrengender gewesen.
Wer den Rundwanderweg gehen möchte, sollte mit gutem Schuhwerk und ausreichend Wasser ausgestattet sein. Auch kommt man immer wieder an schönen Flecken vorbei, an denen man hervorragend picknicken oder eine kleine Pause einlegen kann.

Impressionen aus dem Nationalpark

Grizzlybär (Ursus arctos horribilis), bei Dunkelheit, gecroppt und aufgehellt bei ISO 6400. ;-)
Grizzlybär (Ursus arctos horribilis), bei Dunkelheit, gecroppt und aufgehellt bei ISO 6400. ;-)

Zugegeben ... das Foto des Bären hat eher dokumentarischen Wert! ;-)

Aber ich war froh, überhaupt einen Grizzly so nah im Yellowstone zu sehen (und zu fotografieren!)

 

Weitere Grizzlybären (aus Alaska) sind auf meiner Seite hier zu finden!

Ein kleiner Teil des Yellowstone Nationalparks liegt in Montana
Ein kleiner Teil des Yellowstone Nationalparks liegt in Montana

Wyoming erstreckt sich auf einer Breite zwischen 41° N und 45° N und zwischen 104°3' W und 111°3' W. Die Grenzen des Bundesstaates sind ausschließlich nach geographischen Längen- und Breitengraden definiert und entsprechen einem Rechteck.

Im Yellowstone steht dieser Hinweis auf den 45. Breitengrad: "Auf halbem Weg zwischen Äquator und Nordpol"
Im Yellowstone steht dieser Hinweis auf den 45. Breitengrad: "Auf halbem Weg zwischen Äquator und Nordpol"
Gewitter sind im Yellowstone Nationalpark keine Seltenheit.
Gewitter sind im Yellowstone Nationalpark keine Seltenheit.
Unser Mietwagen für die Zeit! Wie gewohnt hatten wir wieder einen Chevrolet Malibu.
Unser Mietwagen für die Zeit! Wie gewohnt hatten wir wieder einen Chevrolet Malibu.
Firehole Falls
Firehole Falls