Das Tal von Gangtey

Ausblick vom Teehaus auf die Bergkette des Himalaya.
Ausblick vom Teehaus auf die Bergkette des Himalaya.
Hauptverkehrsstraße in Bhutan
Hauptverkehrsstraße in Bhutan

Die Hauptverkehrsstraße Bhutans, welche den Osten mit dem Westen des Landes verbindet, gleicht über weite Teile einer abenteuerlichen Schotter- und Holperpiste.

 

Bereits in Paro machte uns unser Fahrer auf die – aus seiner Sicht – hervorragend ausgebaute Straße aufmerksam. Am ersten Reisetag dachten wir uns hierbei noch nicht viel, sah die Straße doch wie jede andere (europäische) aus. Je weiter wir in den Osten des Landes kamen, desto mehr wussten wir jedoch die guten Straßen um Thimphu und Paro herum zu schätzen.

 

Vor allem die Passstraße nach Gangtey wird uns lange noch in Erinnerung bleiben. Während unser Fahrer Pub in aller Seelenruhe große Schlaglöcher umfuhr und bhutanesische Lieder (mit-)sang, die im Radio bzw. per USB-Stick kamen, hatten wir immer wieder beste Ausblicke auf den steilen Abhang direkt neben der Straße. Leitplanken oder sonstige Absperrungen waren selten zu finden.

Tempel auf dem Weg ins Gangtey Tal.
Tempel auf dem Weg ins Gangtey Tal.

Yak (Bos mutus)

Yak (Bos mutus) oder auch (Tibetischer) Grunzochse.
Yak (Bos mutus) oder auch (Tibetischer) Grunzochse.

Hoch oben auf dem Pass auf einer Höhe von etwa 3.300 Metern begegneten uns auch die für den Himalaya so typischen Yaks (Bos mutus). Diese großen Rinder grasten gemächlich auf der Wiese und waren von uns wenig beeindruckt.

 

Dafür war meine Freude über die Fotos der Tiere sehr groß, da mir in meinem Portfolio diese Paarhufer noch gefehlt hatten. :-)

 

Auch zu den Yaks gibt es in Bhutan eine Legende, welche unser Führer Karma uns erzählte:

"Der Büffel und das Yak sind Brüder, welche einst gemeinsam in Indien wohnten. Eines Tages beschließt das Yak über die Berge des Himalaya zu gehen, um Salz zu holen. Da es in den Bergen recht kalt sein kann, gibt der Büffel seinem Bruder für die Reise sein Fell, um diesen zu wärmen. Aufgrund starken Schneefalls und der hohen Berge des Himalaya gelang es dem Yak nie, zu seinem Bruder zurückzukehren.

Yaks haben daher bis heute ein sehr dichtes, dickes Fell. Der Büffel hingegen schaut immer nach oben, gen Himmel/Himalaya, da er auf die Rückkehr seines Bruders wartet."

Yaks sind im landwirtschaftlich geprägten Phobjikha Tal sehr verbreitet.
Yaks sind im landwirtschaftlich geprägten Phobjikha Tal sehr verbreitet.
Neben dem typisch einheimischen Yaks begegneten uns jedoch auch Kühe mit europäischen Vorfahren.
Neben dem typisch einheimischen Yaks begegneten uns jedoch auch Kühe mit europäischen Vorfahren.

Wanderung im Kranichtal

Das Tal von Gangtey oder auch Phobjikha besticht durch seine weite, teilweise baumlosen Ebenen, in welcher die seltenen Schwarzhals-Kraniche überwintern.

Ein Teil des Tales ist unter Naturschutz gestellt und darf wegen der Kraniche nicht betreten werden.

Schwarzhalskraniche (Grus nigricollis)
Schwarzhalskraniche (Grus nigricollis)
Gangtay Nature Trail
Gangtay Nature Trail

Im wunderschönen (in der winterlichen Nacht aber bitterkalten) Phobjikha Tal auf etwa 2.900 Metern beginnen einige, teilweise auch mehrtägige, Wanderungen.

 

Unsere relativ kurze Wanderung (4 Stunden) führte uns vom Hotel aus hinab ins Kranichtal und anschließend in einen naturbelassenen Wald, an kleinen Dörfchen und Farmen vorbei bis hinauf zum Gangtey Goemba.

Neben den Schwarzhals-Kranichen lassen sich auch zahlreiche andere Vogelarten auf dem Weg beobachten.

Weites Land ... das Gebiet der Kraniche steht unter Naturschutz und darf nicht bebaut werden.
Weites Land ... das Gebiet der Kraniche steht unter Naturschutz und darf nicht bebaut werden.
Stupa auf dem Weg zum Gangtey Monastery.
Stupa auf dem Weg zum Gangtey Monastery.
Neuntöter
Neuntöter
Unser Führer Karma im Gho, der traditionellen Männerkleidung Bhutans.
Unser Führer Karma im Gho, der traditionellen Männerkleidung Bhutans.

Gangtey Goemba

Das auf einem kleinen Hügel gelegene Kloster wurde im Jahr 1613 von Pema Trinley gegründet. Dessen Großvater Pema Lingpa brachte einst den Nyingmapa, die älteste tibetische Schule, nach Bhutan. Bis heute leben, studieren und arbeiten etwa 140 Mönche in dem Kloster.

Kloster Gangtey Goemba vom Tal aus gesehen.
Kloster Gangtey Goemba vom Tal aus gesehen.
Renovierungsarbeiten am Kloster
Renovierungsarbeiten am Kloster

Die aufwendigen Restaurierungsarbeiten des Klosters sind noch nicht ganz abgeschlossen. Hierdurch bot sich uns die Möglichkeit, einem bhutanesischen Meister der Holzschnitzerei bei der Arbeit zuzusehen. Für eine 1 m x 2 m große Holzplatte, welche mit Drachen und aufwändigen Ornamenten versehen wurde, benötigt der Schnitzer etwa einen Monat.

Innenhof des Gangtey Goemba
Innenhof des Gangtey Goemba
So eine Pause in der Sonne hätte uns nach unsrer Wanderung auch gut getan. :-)
So eine Pause in der Sonne hätte uns nach unsrer Wanderung auch gut getan. :-)

Der Naturreichtum Bhutans

Bhutan besitzt einen sehr großen Reichtum an Flora und Fauna.

Das Königreich Bhutan befindet sich (fast) vollständig im Himalaya und damit im Gebirge. Trotz dieser Tatsache leben im Land neben Tigern, Bären, Pandas, Kranichen auch Elefanten und Affen.

 

Der folgende zitierte Text aus wikipedia.de verdeutlicht den Naturreichtum Bhutans:

Die zum großen Teil unberührten Wälder Bhutans beherbergen eine große Zahl geschützter und seltener Tier- und Pflanzen-Arten – „alle typischen Arten Asiens“. Wie unlängst bekannt wurde, leben Tiger in Bhutan bis Höhenlagen von über 4000 Meter in den Bergen, die Tigerpopulation wird im Jahr 2010 auf 80 bis 150 Exemplare geschätzt. Auch der Leopard, der Schneeleopard, der Nebelparder und eine Bären-Art leben als weitere Fleischfresser in der Region. Der Serau, das Moschustier, das Blauschaf, Hirsch-Arten und Waran-Arten sind die wichtigen Beutetiere der Raubtiere. Einige Herden des Asiatischen Elefanten „treiben sich in den Wäldern herum“. Da jede Klimazone über eine eigene Flora und Fauna verfügt, findet man in Bhutan auf kleinstem Raum eine enorme Artenvielfalt, da die verschiedenen Höhenstufen unterschiedliche Artenspektren aufweisen. Es finden sich tropische Arten unten im Tal (z. B. Elefant), Arten der gemäßigten Zone (beispielsweise Hirsch-Arten, Wolf) in den mittleren Höhen wie auch Hochgebirgsarten (beispielsweise der Schneeleopard, das Wildschaf) in den Bergen bis in Höhenlagen von über 5000 Meter. Die Herpetofauna (Amphibien und Reptilien) ist ebenso vielfältig – Himalaya-Salamander (Tylotriton) finden sich ebenso wie die Königskobra, die Lochotter (Trimeresurus) und Waran-Arten. Die Himalaya-Zone ist für Vogelkundler interessant durch eine Vielzahl von Fasan-Arten, Kranich-Arten und Geier-Arten.

 

Bhutan hat große Flächen als Nationalparks ausgewiesen: Im „Phibsoo Wildlife Sanctuary“ gibt es den Tiger, den Nebelparder, den Goldlangur (eine Affenart), den Gaur (das größte Wildrind der Erde), den Asiatischen Elefant und Nashornvogel-Arten. Der Jigme-Dorji-Nationalpark beherbergt das Blauschaf, den Schneeleopard, den Takin, den Serau, den Kleinen Panda, den Tiger und den Kragenbär. Der Jigme-Singye-Wangchuck-Nationalpark ist die Heimat von Serau, Kleinem Panda, Tiger, Kragenbär, Nebelparder, Goldlangur, Schwarzhalskranich, Satyrtragopan und Nashornvogel-Arten. Der grenzüberschreitende Royal-Manas-Nationalpark liegt teilweise in Indien. In ihm gibt es noch eine stabile Population von des Panzernashorns. Man findet dort auch den Tiger, den Kragenbär, den Nebelparder, den Goldlangur, den Gaur, Asiatischen Elefant sowie verschiedene Arten von Nashornvögeln. Der ThrumshingLa-Nationalpark ist bekannt für Serau, Kleinen Panda, Tiger, Kragenbär, Kappenlangur, Satyrtragopan und Nashornvogel-Arten. Das Bumdeling Wildlife Sanctuary beherbergt das Blauschaf, den Schneeleopard, den Serau, den Kleinen Panda, den Tiger, den Kragenbär, den Kappenlangur, den Schwarzhalskranich, den Satyrtragopan und Nashornvogel-Arten. Zu den genannten kommt noch der weitverbreitete Indische Leopard.

 

Quelle: wikipedia.de

 

Durch die Verankerung in der Verfassung und durch die restriktiven Maßnahmen der Exekutive (Regierung / Verwaltung) soll und wird die Natur in Bhutan geschützt!