Haa-Tal

Von Punakha aus führte unsere Reiseroute über den Dochula Pass und den Wochenmarkt in Thimphu weiter ins Tal von Haa.

Für die Autofahrt zwischen Punakha und Haa ist ein ganzer Tag veranschlagt. Die reine Entfernung (Luftlinie) ist nicht sehr groß, aber durch die vielen Steigungen und Pässe geht es - wie in Bhutan bedingt durch die Lage im Hochgebirge üblich - recht langsam voran. Die Straßenverhältnisse in diesem Teil des Landes sind sehr gut, dadurch wird die Fahrt angenehm und ruhig.

 

Sehenswert sind nicht nur die bewaldeten Hänge und Täler Bhutans, sondern vor allem auch die sehr landwirtschaftlich geprägte Landschaft mit zahlreichen kleinen Bergdörfern.

Typisch für Bhutan sind auch die zahlreichen kleinen Geschäfte (Kiosk) oder Marktstände am Straßenrand. Überall findet man dadurch erfrischenden Getränke, Kaugummis, Süßigkeiten, Früchte oder Doma.

Doma ist ein Stück Betelnuß und gilt als eine bhutanesische Spezialität. Jemandem Doma anzubieten ist ein Beweis von Freundschaft (gilt ebenso als ein Symbol für Geselligkeit). Fertig zubereitetes Doma wird in kleinen Plastiktüten abgepackt und ist überall erhältlich.

 

Während unserer Rundreise haben wir regelmäßig bei diesen kleinen Geschäften angehalten und für Karma (Guide), Pub (Fahrer) und uns Getränke, Snacks und Doma gekauft.

Dabei - als Beispiel für die Lebenshaltungskosten in Bhutan - kostete eine 0,5-Liter Flasche Cola zwischen 20 bis 30 Ngultrum (entspricht ca. 0,25 bis 0,38 Euro)!

Die Tagespauschale in Höhe von derzeit ca. 180 Euro, die jeder Tourist in Bhutan täglich bezahlen muss (siehe Informationen auf der Startseite), ist recht happig ... die reinen Lebenshaltungskosten sind im Verhältnis für uns sehr kostengünstig.

Yak (Bos mutus)
Yak (Bos mutus)

Während unserer Reise in das Königreich Bhutan hatten wir meist viel Glück mit dem Wetter.

 

Aber auch Tage, die eher bewölkt bzw. regnerisch waren, hatten ihre "schönen" Seiten ... beispielsweise die Fahrt ins Haa-Tal war wettertechnisch durchwachsen, dafür ergaben sich jedoch sehr schöne Stimmungsbilder!

 

Auch die Autofahrt über den Chelela-Pass auf kanpp 4.000 m hatte bedingt durch den starken Schneefall etwas außergwöhnliches (normalerweise ist der Pass bei Schnee gesperrt - wir kamen erst kurz vor dem Gipfel in den Schneesturm).

Unser Hotel im Haa-Tal
Unser Hotel im Haa-Tal
Bauernhof im Haa-Tal
Bauernhof im Haa-Tal

Das erst seit dem Jahr 2002 für den Tourismus geöffnete Haa-Tal ist vor allem durch seine landwirtschaftliche Nutzung sowie den gleichnamigen Fluss Haa geprägt.

 

Sehenswert ist auch der in blauer Farbe gehaltene Dzong, welcher jedoch von der mit dem Königreich Bhutan verbündeten indischen Armee als Verwaltungsgebäude genutzt wird. Durch seine Nähe zu Tibet (China) befindet sich in Haa ein großer militärischer Stützpunkt der indischen Armee.

 

 

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Weiße und der Schwarze Tempel sowie die Drei Heiligen Berge.

Weißer und Schwarzer Tempel

Das Haa-Tal ist vor allem für seine beiden Tempel, Lhakhang Karpo (weißer Tempel) and Lhakhang Nagpo (schwarzer Tempel) bekannt. Die beiden im 17. Jahrhundert erbauten Gebäude liegen nicht weit voneinander entfernt und können besichtigt werden.

Schwarzer Tempel Lhakhang Nagpo
Schwarzer Tempel Lhakhang Nagpo
Baustelle der Klosteranlage am weißen Tempel. Die Bhutanesen bauen noch viel mit Lehm, Holz und Stein.
Baustelle der Klosteranlage am weißen Tempel. Die Bhutanesen bauen noch viel mit Lehm, Holz und Stein.

Sage aus Bhutan: Kuh, Hund und Katze

Zu diesem Teil des Reiseberichts passt eine weitere Sage aus Bhutan:

Die drei Freunde Kuh, Hund und Katze wohnen auf dem Land und möchten gemeinsam in die Stadt. Da die Stadt recht weit weg ist, beschließen Sie mit dem Auto (Taxi) zu fahren. In der Stadt angekommen hat die Kuh ausreichend Geld, um die Fahrt zu bezahlen. Der Hund hat ebenfalls genügend Geld dabei und leiht sein restliches Geld der Katze, welche leider kein Geld dabei hat.

 

Fazit:

Kühe in Bhutan (oder auch Indien) stehen gerne auf der Straße herum, da sie denken, dass sie für das heranfahrende Auto bereits bezahlt haben und gerne mitfahren wollen. Hunde mögen keine Katzen, da die Katze das Geld bis heute nicht zurückgezahlt hat. Zudem bellen Hunde gerne Autos an da sie denken, dass sich die Katze im Auto befindet. Katzen mögen keine Hunde da dies sie immer daran erinnert, dass sie noch Schulden haben.

Die drei heiligen Berge

Eine weitere Besonderheit des Haa-Tals sind die Meri Puensum - drei Berge - welche sich direkt hinter einander kegelförmig aus dem Talboden erheben. Die Berge verkörpern die drei Gottheiten Jambayang Chana Dorji und Chenrizig und werden als heilig verehrt. Die Hügel dürfen nicht bebaut werden.

Einer der drei heiligen Berge im Haa-Tal.
Einer der drei heiligen Berge im Haa-Tal.

Flagge von Bhutan

Flagge Bhutans

Verlinkung von flagpedia.net

Die Flagge ist seit dem 19. Jahrhundert in Benutzung. Sie ist zweifarbig und geteilt. In der Mitte ist ein flügelloser Drache.

 

Die Farben repräsentieren die Hoheit des Königs in geistlichen und weltlichen Belangen (Safrangelb) sowie den Buddhismus (Orangerot).


Chelela-Pass auf 3.988 Metern

Auf der Dantak Road zwischen Haa und Paro überquerten wir auf 3.988 m die höchste Passstraße Bhutans, den Chelela Pass.

Von hier aus hat man bei gutem Wetter einen fantastischen Blick auf die Bergkette des Himalaya - sagte man uns zumindest. ;-)

 

Unser Guide Karma meinte es wie immer sehr gut mit uns. Für den kommenden Tag hatte er für die Mittagszeit einen kleinen Spaziergang am höchsten Punkt der Passstraße sowie ein gemütliches Picknick mit fantastischer Aussicht auf die umliegenden Berge geplant.

 

Wie man auf unseren Fotos unschwer erkennen kann, ging der Plan nicht ganz auf.

Am Vormittag kündigte sich bereits eine Schlechtwetterfront an. Was im Haa-Tal als leichter Nieselregen begann, entwickelte sich mit jedem Höhenmeter, den wir auf der Passstraße erklommen, zu heftigerem Schneefall. Oben auf dem Pass war von der atemberaubenden Aussicht weit und breit nichts zu sehen.

 

Dafür konnten wir den Pass mit Schnee erleben - eine fast einmalige Chance, da der Pass bei Schneefall aus Sicherheitsgründen gelegentlich gesperrt wird.

Unser Fahrer Pub.
Unser Fahrer Pub.
Karma, unser Guide.
Karma, unser Guide.
Ja, es war etwas frisch ...
Ja, es war etwas frisch ...

Nach den obligatorischen Fotos am höchsten Punkt des Passes auf knapp 4.000 Metern begann die recht abenteuerliche Abfahrt. Glücklicherweise hatten wir unsere Fahrt früh begonnen, weshalb der Schnee noch frisch und die Straße nicht gefroren war. Später am Tag wäre die Passstraße wahrscheinlich gesperrt worden, was uns weitere Übernachtungen im Haa-Tal oder eine Tagesreise Umweg eingebracht hätte.

Unser Fahrer Pub fuhr sicher über die schneebedeckte und teilweie auch leicht rutschige Straße bis ins Tal von Paro. Dort erinnerten übrigens nur die sehr malerischen, schneebedeckten Berggipfel an das überstandene Schneegestöber. Im Tal dagegen hatten wir Temperaturen um 20 Grad und strahlenden Sonnenschein.

Bruttonationalglück

Bhutan hat in seiner Verfassung den Begriff des Bruttonationalglücks (Cross National Happiness) als einziger souveräner Staat der Welt verankert.

Dabei geht es um die Förderung einer gerechten Gesellschaft und Wirtschaft sowie dem Schutz der Natur.

Dabei gilt die Maxime, jedes politisches Handeln muss auf die Verbesserung der Zufriedenheit und des Glücks der Bhutanesen abzielen.

Ende des Reiseberichts

Nochmals zum Abschluss des Reiseberichts eine Darstellung der vier Freunde.
Nochmals zum Abschluss des Reiseberichts eine Darstellung der vier Freunde.

Der Urlaub in Bhutan - mit der Verlängerung in Indien - war wirklich sehr schön und interessant, wenn auch recht kostspielig.