Paro

Im Rahmen unserer Rundreise durch das Königreich Bhutan hatten wir in Paro drei Tage Aufenthalt. Die Kleinstadt Paro liegt auf einer Höhe von etwa 2.400 Metern über dem Meeresspiegel im Westen von Bhutan und beheimatet neben dem einzigen internationalen Flughafen auch eine Reihe von Sehenswürdigkeiten.

Dzongs in Bhutan

In Bhutan gibt es insgesamt 20 Bezirke. Jeder dieser Distrikte beheimatet ein sogenanntes Dzong ("Festungsanlage"). Diese Klosterburgen hatten jahrhundertelang die Aufgabe, einfallende Feinde (insbesondere die Tibeter) aufzuhalten.

Heutzutage leben in den Dzongs hauptsächlich buddhistische Mönche. In der bhutanesischen Hauptstadt Thimphu ist der Trashi Chhoe Dzong auch königlicher Regierungssitz.

Viele Dzongs in Bhutan sind historisch und künstlerisch sehr interessant. Einige der Festungsanlagen können auch mit einem einheimischen Guide besichtigt werden.

Rinpung Dzong

Rinpung Dzong (auch Paro Dzong) wurde im Jahr 1646 unter Shabdrung Ngawang Namgyal erbaut und gilt als idealer / perfekter Bau einer bhutanesischen (Kloster-)Festung.

Unter anderem ist heutzutage die Bezirksverwaltung Paros untergebracht. Das Dzong allerdings kann besichtigt werden.

Rinpung Dzong bei Nacht.
Rinpung Dzong bei Nacht.

Insbesondere bei Nacht ist das Dzong sehr schön anzusehen und zu fotografieren.

Die Anlage ist komplett illuminiert, der Vordergrund mit dem Fluß und der Brücke sowie im Hintergrund die Berge des Himalayas mit einer Höhe über 5.000 Metern runden das Fotos während der "blauen Stunde" ab.

Der Fußweg zum Paro Dzong fürt über den Fluss Paro Chu.
Der Fußweg zum Paro Dzong fürt über den Fluss Paro Chu.
Eingang des Paro Dzong.
Eingang des Paro Dzong.

Das Dzong in Paro ist meiner Meinung nach eines der schönsten Gebäude in Bhutan.

Beeindruckend ist vor allem seine Lage und seine imposante Erscheinung insbesondere mit der nächtlichen Illumination.

 

Der Weg zum Dzong hinauf führt einen zunächst über die überdachte Brücke Nemi Zam und anschließend über einen steilen Steinpfad den Hügel hinauf.

Der Eingangsbereich besitzt eine zur Festungsanlange sehr passende beeindruckende Treppe aus Stein.

 

Aber auch der Innenbereich zeigt dem Besucher viele Facetten der bhutanischen Bau-, Handwerks- und Malkunst aus den vergangenen Jahrhunderten.

 

Besonders spektakulär ist allerdings der Ausblick vom Kloster auf die Außenfassade der Anlage sowie über das Tal von Paro mit dem Blick auf die Stadt und auf die umliegenden "Fünftausender" des Himalayas.

Aussicht vom Rinpung Dzong auf Paro und die umliegenden Berge; im Vordergrund der königliche Palast.
Aussicht vom Rinpung Dzong auf Paro und die umliegenden Berge; im Vordergrund der königliche Palast.
Innenhof des Dzongs in Paro.
Innenhof des Dzongs in Paro.

Einige Meter oberhalb des Dzongs befindet sich der Wachturm Ta Dzong aus dem 17. Jahrhundert.

 

Seit dem Jahr 1967 ist in dem Turm das Nationalmuseum untergebracht, welches eine Sammlung an Künstgegenständen, Reliquien, religiösen Thangkha-Bildern und Briefmarken Bhutans zeigt.

Innenhof des Dzongs.
Innenhof des Dzongs.
Das Dzong in Paro ist meiner Meinung nach eines der schönsten Gebäude in Bhutan.
Das Dzong in Paro ist meiner Meinung nach eines der schönsten Gebäude in Bhutan.

Die vier Lehrer des Buddhismus

Die vier Schutztiere Bhutans

In Erinnerung geblieben sind uns auch die vier Schutztiere Bhutans, welche uns während unserer Reise immer wieder begegnet sind.

  • Der schlangenfressende Vogel Garuda zeigt spirituelle Erfüllung an und schreckt Geister und übelgesinnte Energien und Gedanken ab.
  • Der Drache steht für starke Energie und Beseitigung von Hindernissen und Krankheiten. Er wehrt außerdem Gefahren wie Hagel, Blitzschlag und übermäßigen Regen ab.
  • Der Schneelöwe verkörpert Mut.
  • Der Tiger ist das Symbol für beständige Wachsamkeit, das Erreichen aller Ziele und weltlichen Erfolg.

Farmhaus

Im Rahmen unserer Rundreise durch das Königreich Bhutan wurde für uns eine Übernachtung in einem typischen einheimischen Farmhaus in der Nähe von Paro gebucht. Auf diesem Bauernhof wurden neben Hühnern auch Kühe gehalten.

 

Es war sehr interessant zu erleben, wie die Bhutanesen ihren Alltag verbringen

Bauernhof in der Nähe von Paro.
Bauernhof in der Nähe von Paro.

Kyichu Lhakhang

Der Kyichu Lhakhang ist einer der ältesten und heiligsten Schreine Bhutans. Der ältere der beiden Teile des Tempelkomplexes geht auf das 7. Jahrhundert zurück.

Tempel Kyichu Lhakhang
Tempel Kyichu Lhakhang

Die vier Freunde

Die vier (ungleichen) Freunde, Elefant, Affe, Hase und Vogel waren während unsrer Reise allgegenwärtig. In Bhutan existieren zahlreiche gleichlautende Sagen der vier Freunde, in denen Situationen oder auch soziale und gesellschaftliche Handlungsweisen erklärt werden:

 

Die vier Freunde überlegen, welcher von Ihnen wohl der Älteste ist. Sie wollen ihr Alter anhand eines Baumes mit reifen Früchten bestimmen.

 

Der Elefant sagt, dass der Baum, als er das letzte Mal hier war, zum ersten Mal Früchte getragen hat, von welchen der Elefant fressen konnte. Also ist er schon recht alt. Der Affe meint, dass er wohl älter als der Elefant sein muss. Als er das letzte Mal an diesem Baum vorbei kam, war dieser noch nicht ausgewachsen. Der Affe hat Wasser aus dem Fluß geholt und den Baum gegossen. Das Kaninchen merkt an, dass es wohl älter als der Affe und der Elefant sein muss. Als es das letzte Mal da war, war der Baum noch ein junger Schössling. Das Kaninchen hat den Baum mit seinem Kot gedüngt. Der Vogel meint, er wäre wohl der älteste der Gruppe, da es noch gar keinen Baum gab, als er das letzte Mal vorbei flog. Der Baum ist aus dem Samen seines Kots entstanden.

 

Die Freunde erkennen, dass der Vogel der Älteste unter ihnen ist und dass es dem richtigen Verhalten entspräche, dass die Jüngeren dem Älteren Ehrfurcht bezeugen um dessen gute Taten zu würdigen.

Schutz vor Invasoren

Seit dem 17. Jahrhundert mussten sich die Bhutaner wiederholt gegen Angriffe der Tibeter zur Wehr setzen. Paro spielte in den Konflikten zwischen Bhutan und Tibet eine wichtige Rolle, da eine eisfreie Landverbindung von Tibet nach Paro über das Chumbi-Tal (heute im indischen Bundesstaat Sikkim) führt. Paro erfüllte damit eine strategisch wichtige Funktion bei der Verteidigung Bhutans gegen Versuche Tibets, das Land zu erobern.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe von Paro ist die Ruine der ehemaligen Klosterfestung Drukgyel Dzong, welche sich im oberen Paro-Tal, ca. 18 km von Paro entfernt, befindet. Nachdem die Festung seit dem Jahr 1647 allen Angriffen, Widerständen und Umwelteinflüssen trotzte, wurde sie 1951 durch einen Brand zerstört.

Auch dieses Dzong bzw. die Ruine kann besichtigt werden.