Punakha und Umgebung

Dochula Pass

Auf dem Weg zwischen Thimphu und Punakha überquert man den auf 3.150 m Höhe gelegenen Dochula Pass. Der Pass ist unter Einheimischen und Touristen für seine atemberaubende Sicht auf die Berge des Himalaya bekannt.

Wir hatten allerdings zweimal Pech und waren in einer Nebelwolke gefangen. Dafür erlebten wir eine mystische Stimmung rund um die Stupas.

Mystische Stimmung am Dochula Pass
Mystische Stimmung am Dochula Pass
Kurze Sonneneinstrahlung: Tempel Druk Wangyal Lhakhang am Dochula Pass
Kurze Sonneneinstrahlung: Tempel Druk Wangyal Lhakhang am Dochula Pass
Stau am Dochula Pass (Baustelle).
Stau am Dochula Pass (Baustelle).

Beeindruckend sind auch die 108 Stupas sowie der dazugehörige Tempel, welcher im Jahr 2004 von der Königinmutter Ashi Dorje Wangmo errichtet wurden.

 

Die Stupas sollen der gefallenen Soldaten gedenken, welche im Jahr 2003 während der Kämpfe gegen Separatisten der ULFA fielen.

 

Anfang 2014 war rund um den Pass eine große Baustelle. Teilweise wurde die Straße für einige Stunden am Tag gesperrt.

Ein Stupa ist ein Bauwerk, welches das allgegenwärtige Bewusstsein Buddhas symbolisieren soll. Es dient entweder als Erinnerung an einen herrausragenden Lama (religiöser Führer) oder soll böse Geister fernhalten, von Orten die als gefährlich gelten, wie beispielsweise Kreuzungen, Bergpässe oder Brücken.

Über einen Steinpad lassen sich die 108 Stupas gut besichtigen.
Über einen Steinpad lassen sich die 108 Stupas gut besichtigen.

Durch Straßenarbeiten bedingt war die Straße am Dochula Pass je nach Uhrzeit immer in einer Fahrtrichtung für den Straßenverkehr komplett gesperrt. Die Wartezeit verkürzten wir durch den Aufenthalt in einem Teehaus. Neben dem warmen Ofen ließen wir es uns bei Kaffee und Keksen gut gehen.

 

Die Fenster der an den Straßen gelegenen Gasthäusern und Restaurants in Bhutan sind oft mit zahlreichen (ausländischen) Stickern beklebt.

Am Dochulas Pass mussten wir vor allem über den Aufkleber der SPD Deutschlands und den aufgeführten Slogan ("Gut für unser Land") schmunzeln. Mitten im Himalaya hätten wir diese Botschaft der SPD zu allerletzt erwartet. ;-)

Auf den für Bhutan so typischen Terassenfeldern wird das ganze Jahr über Reis oder Getreide angebaut.
Auf den für Bhutan so typischen Terassenfeldern wird das ganze Jahr über Reis oder Getreide angebaut.

Abseits der Pässe Richtung Täler kann der Besucher neben vielen Reisfeldern einige bekannte und weniger bekannte Bauwerke sehen.

Besonders interessant fanden wir eine im Berg gebaute Schule für Mönche ... imposantes Gebäude!

Eine Schule für Mönche.
Eine Schule für Mönche.

Pungthang Dewachen Phodrang

Einer der schönsten Orte Bhutans: Pungthang Dewachen Phodrang (Punakha Dzong)
Einer der schönsten Orte Bhutans: Pungthang Dewachen Phodrang (Punakha Dzong)
Haupteingang des Punakha Dzong.
Haupteingang des Punakha Dzong.

Der Pungthang Dewachen Phodrang (übersetzt: Palast des großen Glücks) oder auch Punakha Dzong ist die bei weitem schönste Klosterfestung Bhutans. Das Dzong liegt malerisch an einem Fluss und ist - je nach Sonnenstand und Himmel - DAS perfekte Fotomotiv!

 

Der Dzong wurde im Jahr 1637 erbaut und gilt selbstverständlich als herausragendes Beispiel (in Europa würde man "Schmuckstück" sagen) der Klosterarchitektur Bhutans.

 

Während der Wintermonate ist der Dzong der Sitz seiner Heiligkeit des Obersten Abtes Bhutans, des Je Khenpo. 

Neben dem Abt leben ca. 300 Mönche ganzjährig im Punakha Dzong.

 

Interessant ist auch die Tatsache, dass alle bisherige Könige Bhutans hier gekrönt wurden. Auch dies unterstreicht die herausragende Bedeutung des Klosters.

 

Am 13. Oktober 2011 fand im Dzong die Hochzeit des aktuellen 5. bhutanischen Königs Jigme Khesar Namgyel Wangchuck mit seiner Frau Jetsun Pema statt.

Punakha Dzong; im Vordergrund die wiederaufgebaute Kragbrücke.
Punakha Dzong; im Vordergrund die wiederaufgebaute Kragbrücke.

Durch seine Lage zwischen den beiden Flüssen Mochu und Pochu ist die Klosterfestung immer wieder von Hochwasser bedroht. Im Jahr 1958 fiel die ebenfalls im 17. Jahrhundert erbaute hölzerne Kragbrücke (bhutanesich: Bazam), welche den Dzong mit dem anderen Ufer verband, einem starken Hochwasser zum Opfer. 50 Jahre lang war der Punakha Dzong nur über eine wenig ansehnliche Stahl-Hängebrücke erreichbar.

Durch das starke Engagement des deutschen Vereins „Pro Bhutan e.V.“ konnte die Kargbrücke im Jahr 2008 im Stile des 17. Jahrhunderts wieder errichtet werden.

Der Punakha Dzong hat hierdurch viel von seiner alten Harmonie und Schönheit zurück erhalten. Mit einer Länge von 56 m ist die Brücke die längste freitragende Brücke weltweit.

Suspensionbridge

Die Hängebrücken in Bhutan - leicht schwankend, aber sicher!
Die Hängebrücken in Bhutan - leicht schwankend, aber sicher!

In der Nähe des Krematoriums von Punakha befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit Bhutans: Eine ca. 200 m lange Hängebrücke - die Suspensionbridge.

 

Die Brücke bietet einen fantastischen Blick über das Tal des Pochu Flusses sowie auf die umliegenden Berge und ist die längste Hängebrücke im Königreich Bhutan.

 

Die Überquerung der Brücke ist ein kleines Abenteuer für sich - welches man sich jedoch nicht entgehen lassen sollte. Durch seine Stahlkabel-Konstruktion ist die mit Gebetsfahnen geschmückte Hängebrücke sehr stabil und sicher.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke läd ein kleines Geschäft mit Sitzmöglichkeiten zum Verweilen ein.

 

Der Fluss Puna Tsang Chu führt während der Trockenzeit relativ wenig Wasser.

Das große Flussbett lässt jedoch erahnen, wie viel Wasser der Fluss während der Monsunzeit führen muss.

Blick auf das Pochu Tal und die Suspensionbridge
Blick auf das Pochu Tal und die Suspensionbridge
Hängebrücken aus Eisen gibt es in Himalaya seit dem 15. Jahrhundert.
Hängebrücken aus Eisen gibt es in Himalaya seit dem 15. Jahrhundert.
Blick auf die Suspensionbridge und das dahinter liegende Tal vom Flussufer aus.
Blick auf die Suspensionbridge und das dahinter liegende Tal vom Flussufer aus.
Gebetsfahnen sind in Bhutan allgegenwärtig.
Gebetsfahnen sind in Bhutan allgegenwärtig.

Khamsum Yulley Namgyal Choeten

Hängebrücke über den Mochu Fluss, auf dem Berg ist der Tempel schon zu sehen..
Hängebrücke über den Mochu Fluss, auf dem Berg ist der Tempel schon zu sehen..

In der Umgebung von Punakha sind noch weitere Sehenswürdigkeiten beheimatet.

 

Etwa eine halbe Stunde per Auto entfernt, befindet sich der nördlich von Punakha gelegene Tempel Khamsum Yulley Namgyal Choeten. Der Tempel liegt malerisch auf einem bewaldeten Hügel und kann nur zu Fuß erreicht werden.

 

Vom Parkplatz am Mochu Fluss aus führt die Wanderung über eine kleine Hängebrücke entlang von Reisfeldern in den schattigen Wald hinein.

 

Der Aufstiegsweg ist gut ausgebaut und recht einfach. Je nach persönlicher Kondition dauert der Fußweg zwischen 25 und 60 Minuten. Anstrengend ist weniger die Steigung, sondern vielmehr die für uns Europäer ungewohnte Höhenluft.

 

Der vierstöckige Tempel wurde zum Wohle des Königreichs und dem Wohlergehen aller fühlenden Wesen von der Königinmutter, Ashi Tshering Yangdon Wangchuck, erbaut.

De Khamsum Yulley Namgyal Choeten mit den umliegenden Reisfeldern.
De Khamsum Yulley Namgyal Choeten mit den umliegenden Reisfeldern.

Durch seine Abgeschiedenheit und Architektur ist Khamsum Yulley Namgyal Choeten unserer Meinung nach der schönste Tempel Bhutans.

Besonders hervorzuheben ist die beeindruckende Sicht über das obere Punakha Tal, welche man vom Dach des Tempels aus genießen kann.

Blick auf das obere Punakha Tal und die Berge des Himalaya..
Blick auf das obere Punakha Tal und die Berge des Himalaya..
Aussicht vom Dach des Tempels auf die weitläufige Tempelanlage.
Aussicht vom Dach des Tempels auf die weitläufige Tempelanlage.

Chime Lhakhang Tempel (Lobesa)

Viel bereister Weg zum Tempel Chime Lhakhang.
Viel bereister Weg zum Tempel Chime Lhakhang.

Der im Zentrum des Punakha Tals gelegene Tempel ist dem Lama Drukpa Kuenley und der Fruchtbarkeit gewidmet.

Von unserem Restaurant in Lobesa war der Chime Lhackang Tempel über einen halbstündigen Spaziergang einfach zu erreichen. Der Wanderpfad führte uns über die Reisterassen hinab in das kleine Dörfchen Pana und anschließend hinauf zur Tempelanlage.

 

Zahlreiche kinderlose Paar Bhutans pilgern zu dem Tempel um den religiösen Segen zu erbitten. Da nicht alle Bhutanesen ein Auto besitzen bzw. nicht alle Dörfer an das Straßennetz angebunden sind, werden für die religiösen Pilgerreisen oft lange Wegstrecken in Kauf genommen.

Reisfelder so weit das Auge reicht. Während der Wintermonate wird hier Weizen angebaut.
Reisfelder so weit das Auge reicht. Während der Wintermonate wird hier Weizen angebaut.
Stupa auf dem Weg zum Chime Lhakhang Tempel.
Stupa auf dem Weg zum Chime Lhakhang Tempel.
Kinder auf unserem Weg zum Tempel.
Kinder auf unserem Weg zum Tempel.

Neben den meist von Mönchen bewohnten Klöstern gibt es im Königreich Bhutan noch eine ganze Reihe von unbewohnten Gebäuden, die für ein buddhistische Land charakteristisch sind: Chörten (Stupas), Geisterhäusern, (Wasser-)Gebetsmühlen, etc.

 

Die Chörten beispielsweise haben unterschiedliche Bestimmungen (können auch Begräbnisstätten von Persönlichkeiten darstellen), sind oft begehbar oder können von außen im Uhrzeigersinn umrundet werden.

 

Die großen Gebetsfahnen werden bis zur vollständigen Verwitterung dem Wind ausgesetzt, damit die Gebete dem Himmel zugetragen werden.

Esel und Ponys waren im Punakha Tal reichlich vertreten.
Esel und Ponys waren im Punakha Tal reichlich vertreten.