Taktsang monastery (Tiger’s nest)

Taktshang monastery oder Tigernest-Kloster (Tiger´s nest) ist ein berühmtes buddhistisches Kloster im Königreich Bhutan. Das Tigernest befindet sich auf einer Höhe von 3.120 Metern Höhe ü. d. M. im Himalaya. Es wurde im Jahre 1692 an einem Felsen 700 Meter über dem Paro-Tal im westlichen Teil des Landes gebaut.

 

Der buddhistischen Sage nach habe hier Padmasambhava, der Lotusgeborene und Überbringer des Buddhismus, meditiert. Eine Tigerin, auf deren Rücken er zu diesem Ort gereist ist, habe hier nach einem Sprung durchs Gebirge gerastet.

 

Das Kloster war mein persönlicher Höhepunkt während des Aufenthalts in Bhutan.

Den (mühsamen) Aufstieg hinauf zum Kloster habe ich zweimal gewagt:

Der erste Tag began sehr vielversprechend mit Sonne und angenehmen Temperaturen. Im Laufe des Vormittags zog es zu und es began heftig zu schneien.

Am zweiten Tag allerdings klarte es in der Nacht auf und es war strahlender Sonnenschein den ganzen Tag über. Am Vormittag war der Berg rund um das Kloster vollständig mit Schnee "eingezuckert" -> ein fotografisches Erlebnis!

1. Aufstieg

Am Abend und in der Nacht vor dem 1. Aufstieg zum Tigernest hat es kurz aber sehr heftig geregnet. Auch die Wetteraussichten waren für den nächsten Tag nicht erbaulich. Am Morgen allerdings begrüsste uns zunächst blauer Himmel mit viel Sonne und angenehmen frühlingshaften Temperaturen. Es konnte also losgehen ...

Sonneneinstrahlung am frühen Vormittag.
Sonneneinstrahlung am frühen Vormittag.

Wir fuhren um 07:30 Uhr (kurz nach Sonnenaufgang) von unserer Unterkunft in Paro ca. 20 Minuten über teilweise Schotterpisten zum Parkplatz am Fuße des Berges.

 

In der Nähe zum Parkplatz im Wald bevölkern ab dem frühen Vormittag einige "fliegende" Händler mit Souvenirständen den Weg. Die ganze Szenerie ist völlig harmlos (im Gegensatz zu anderen Ländern wird der Tourist in Bhutan zu keinem Zeitpunkt von den Verkäufern bedrängt), bietet aber dem arglosen Wanderer nach einer teilweise stundenlangen sehr einsamen Wanderung durch die Berge die Möglichkeit, sich durch die Menschenmassen schnell wieder an die Zivilisation zu gewöhnen. ;-)

Zu jedem Zeitpunkt wird in Bhutan an den Schutz der Natur erinnert! Ich persönlich begrüsse dies uneingeschränkt!
Zu jedem Zeitpunkt wird in Bhutan an den Schutz der Natur erinnert! Ich persönlich begrüsse dies uneingeschränkt!
Wassergebetsmühle auf dem Weg zum Tigernest.
Wassergebetsmühle auf dem Weg zum Tigernest.

Durch Drehen der Gebetsmühlen im Uhrzeigerzinn werden die aufgeführten Gebete wirksam. Sehr häufig befinden sich an den Eingängen zu den buddhistischen Gebäuden große Gebetsmühlen die durch Gläubige umrundet werden können.

Die Wassergebetsmühlen werden durch einen kleinen Bach ohne Unterbrechung angetrieben und gedreht. Dabei wirkt das auf den Mühlen aufgedruckte Gebet für alle Menschen ohne Unterbrechung.

Die ersten Meter der Wanderung zum Tigernest sind einfach, allerdings ist die Höhenluft nicht zu unterschätzen.
Die ersten Meter der Wanderung zum Tigernest sind einfach, allerdings ist die Höhenluft nicht zu unterschätzen.
Der erste Blick auf das Kloster.
Der erste Blick auf das Kloster.

Ich habe im Vorfeld während des Planungsphase für den Urlaub im Königreich Bhutan viel im Internet recherchiert. Dabei habe ich gelesen, dass der Aufstieg zum Kloster beschwerlich, lang und voller Menschen wäre. Es war sogar die Rede von musikspielenden buddhistischen Mönchen.

Diese Erlebnisse konnte ich leider nicht "genießen". Der Aufstieg war (fast) menschenleer und für geübte, einigermaßen sportliche Mitteleuropäer gut zu bewältigen. Immer zu beachten ist allerdings die Höhenluft (das Kloster liegt auf über 3.100 Metern) und der Anstieg über mehrere Hundert Höhenmeter.

 

Es gibt zwei Wege ... den "normalen", welcher sich zwischen Bäumen schlängelt und den "steilen", welcher quer am Hang hinauf verläuft.

 

Am 1. Aufstiegstag habe ich den langen, eher gemütlichen Weg genommen. Auch bot dieser Aufstieg die Möglichkeit, die Berge sowie das Paro-Tal rundherum in aller Ruhe zu fotografieren.

Auf etwa halber Wegstrecke befindet sich ein sehr nettes Restaurant mit obligatorischem Souvenirshop und schöner Aussichtsterasse. Von dort hat der "alpine Wanderer" einen schönen Blick auf das Kloster. Nebenbei lassen sich auch allerlei interessante Vogelarten fotografieren.

Nach einer kurzen Kaffee- und Keks-Pause im "Bergrestaurant" ging es weiter auf dem gut ausgebauten Weg Richtung Tigernest.

Der schönste Aussichtspunkt ist "oben" genau gegenüber dem Kloster kurz vor dem Treppenab- bzw. -aufgang.

Dieser Blick auf "Augenhöhe" auf das Taktsang ist unbeschreiblich ... aus diesem Grund wird dieser Viewpoint regelmäßig in einem Atemzug mit den schönsten Aussichtspunkten der Welt genannt.

Nochmals ein Foto des Klosters, diesmal die komplette Anlage mit allen Gebäuden.
Nochmals ein Foto des Klosters, diesmal die komplette Anlage mit allen Gebäuden.
Die Natur ist unser Reichtum, lasst sie uns schützen. Bitte lasse keine Müll liegen. Erfreue Dich an der Natur.
Die Natur ist unser Reichtum, lasst sie uns schützen. Bitte lasse keine Müll liegen. Erfreue Dich an der Natur.
Buddhistische Gebetsfahnen
Buddhistische Gebetsfahnen

Gebetsfahnen werden im Buddhismus von den Gläubigen bis zur vollständigen Verwitterung dem Wind ausgesetzt, damit die Gebete dem Himmel zugetragen werden.

 

Die Fahnen haben immer fünf verschiedene Farben: Blau, Weiß, Rot, Grün und Gelb.

Die Zahl Fünf nimmt im Buddhismus eine wichtige Rolle ein und verkörpert die vier Himmelsrichtungen sowie das Zentrum. Die Farbe Blau symbolisiert dabei den Himmel, Weiß sind die Wolken und die Reinheit, Rot das Feuer, Grün das Wasser und Gelb für die Erde.

Der zweite Abschnitt des Weges (nach dem "Bergrestaurant") führt weiter durch den Wald. Nach teilweise sehr steilen Passagen kommt das Kloster dem Wanderer immer näher und gelegentliche Aussichtspunkte geben spannende Perspektiven auf das Tigernest frei.

 

Immer wieder haben wir Wildtiere wie Vögel oder Gruppen von Affen neben dem Weg gesehen. Unser Guide Karma kommentierte die Begegnung mit den Affen lapidar "like in a jungel". ;-)

DER Aussichtspunkt ist der Beste: Blick auf Taktsang Monastery (Tiger’s Nest)
DER Aussichtspunkt ist der Beste: Blick auf Taktsang Monastery (Tiger’s Nest)
Unser bhutanesicher Guide Karma mit Debora und mir vor dem Tigernest.
Unser bhutanesicher Guide Karma mit Debora und mir vor dem Tigernest.

Der Treppenaufgang zum Kloster ist nochmals - auch wegen der Höhenluft - recht anstrengend. Vor dem Klostereingang muss der Besucher das mitgeführte Gepäck inklusive Fotokamera und Mobiltelefon in einen Schrank einschließen (der Gepäckraum wird durch eine Sicherheitskraft persönlich bewacht!). Fotografieren ist - wie in allen buddistischen Tempeln - nicht erlaubt!

 

Im Kloster anwesend war ein hoher bhutanesischer buddhistischer Würdenträger. Dieser Lama (ein Lehrer der buddhistischen Religion, vereinfacht Dharma genannt) begrüsste die wenigen Besucher persönlich - und erklärte uns auf Englisch die Geschichte des Tigernests.

Der Würdenträger hatte eine sehr große und beeindruckende persönliche Ausstrahlung und genoss augenscheinlich den Respekt der anwesenden Besuchern mit ihren einheimischen Guides sowie den auf dem Kloster lebenden Mönchen.

Der Wetterbericht brachte für den späten Vormittag und vor allem am Nachmittag sowie am Abend eine eher düstere Vorhersage aus. Die Vorschau beinhaltete im Flachland lange und ergiebige Regenfälle und demnach in den Bergen starken Schnellfall.

Regen- und Schneewolken zogen im Laufe des Tages über die Berge ins Tal von Paro.
Regen- und Schneewolken zogen im Laufe des Tages über die Berge ins Tal von Paro.
Es begann zuerst mit leichtem Niederschlag.
Es begann zuerst mit leichtem Niederschlag.

Der Schneefall nahm im Laufe des Tages immer weiter zu. Obwohl er tagsüber nicht liegenblieb, wurde es fast minütlich dunkler und kälter! Dementsprechend machten wir uns auf den Weg ins Tal.

 

Wir legten nochmals auf halber Strecke einen Stopp im Bergrestaurant ein und freuten uns diesmal über einen heißen Kaffee und einen mollig warmen Holzofen!

 

Trotz den widrigen Bedingungen konnte ich die Pause nutzen um weitere Vögel rund um das Restaurant zu fotografieren.

Zwei letzte Blicke von der Terasse des Restaurants auf das Tigernest!
Zwei letzte Blicke von der Terasse des Restaurants auf das Tigernest!

Es entwickelte sich fast zum Schneesturm, die Sicht auf den Berg war deutlich eingeschränkt. Glücklicherweise war es im Gegensatz zum Klosterberg im Tal von Paro recht "warm", so dass sich am Nachmittag auf dem Abstiegsweg kein Schnee gebildet hat.

Kalt und nass kamen wir am Hotel am Stadtrand von Paro an. ;-)

Letztendlich wäre ich mit den Fotos vom Vormittag sehr zufrienden gewesen ... aber ich hatte am Folgetag abermals einen halben Tag Zeit um den Berg des Tigernestes erneut zu besteigen!

 

Für diesen Tag sagten die Wettervorhersagen zudem fantastisches Wetter voraus ...

2. Aufstieg

Am Morgen des zweiten Tages ging es erneut hoch zum Tigernest-Kloster.

 

Der Tag begrüsste uns mit blauem Himmel und Sonne sowie einem leicht schneebedeckten Berghang.

Ich habe während der Vorbereitungen für unsere Rundreise durch das Königreich Bhutan gelesen (und es wurde mir von unserem Guide Vorort bestätigt), dass das Kloster durch die Lage am südlichen Berghang sowie durch die warmen Windströmungen nur äußerst selten im Jahr mit Schnee bedeckt ist.

Tigernest -> etwa in der Mitte des Fotos! ;-)
Tigernest -> etwa in der Mitte des Fotos! ;-)

Los ging es bei perfekten Bedingungen: Sonne, blauer Himmel und einigermaßen freie Fußwege Richtung Kloster.

 

Um Zeit zu sparen, nahmen Karma und ich den kurzen, direkten und steilen Weg. Dadurch kamen wir sehr rasch voran, stärkten uns nochmals kurz mit einem Cola sowie einem Kaffee im Bergrestaurant und liefen weiter zum Aussichtspunkt gegenüber dem Tigernest.

Eingezuckerter Berg, in der Mitte ist das Kloster zu sehen.
Eingezuckerter Berg, in der Mitte ist das Kloster zu sehen.
Im Tal von Paro war - trotz seiner Höhe von 2.400 Metern - kein Schnee. Erst in den Bergen ab einer Höhe von ca. 2.800 Metern lag Schnee.
Im Tal von Paro war - trotz seiner Höhe von 2.400 Metern - kein Schnee. Erst in den Bergen ab einer Höhe von ca. 2.800 Metern lag Schnee.
Sonne und noch etwas Schnee ... ein eher seltenes Motiv!
Sonne und noch etwas Schnee ... ein eher seltenes Motiv!
Karma musste als Model herhalten! ;-)
Karma musste als Model herhalten! ;-)
Blick in das Tal von Paro und auf die gegenüberliegende Bergkette.
Blick in das Tal von Paro und auf die gegenüberliegende Bergkette.
Und hier noch eine Fotografie der gegenüberliegenden Bergkette; fotografiert mit dem Tele-Objektiv.
Und hier noch eine Fotografie der gegenüberliegenden Bergkette; fotografiert mit dem Tele-Objektiv.
Der Fußweg relativ weit oben auf dem Berg, unmittelbar neben dem Aussichtspunkt auf das Tigernest.
Der Fußweg relativ weit oben auf dem Berg, unmittelbar neben dem Aussichtspunkt auf das Tigernest.
Hunde begleiteten uns auf den Weg zurück ins Tal von Paro.
Hunde begleiteten uns auf den Weg zurück ins Tal von Paro.

Der Weg bergab vom Kloster in das Tal von Paro gestaltete sich am frühen Nachmittag als ruhiger Spaziergang, denn wir nahmen wieder den langen gemächlichen Weg.

 

Der Schnee war am Nachmittag durch den makellosen blauen Himmel und die demnach uneingeschränkt scheinende Sonne komplett weggeschmolzen.

 

Immer wieder begleiteten uns freilebende Straßenhunde, die sichtbar Spaß an ihren menschlichen Begleitern hatten.

 

Insbesondere dieser zweite Aufstieg bot fantastische fotografische Möglichkeiten, alleine wegen diesen Fotos hätte sich die Anreise nach Bhutan gelohnt! ;-)

 

Meinen Dank auch an unseren Guide Karma, der mich zweimal mit viel Geduld (schließlich musste er mit mir stundenlang auf das beste Licht warten) auf den Berg zum Tigernest begeleitet hat!

Schnee war nur noch auf der gegenüberliegenden Seite an den Nordhängen der Berge vorhanden.
Schnee war nur noch auf der gegenüberliegenden Seite an den Nordhängen der Berge vorhanden.
Wassergebetsmühle auf dem Weg zum Tigernest.
Wassergebetsmühle auf dem Weg zum Tigernest.
Ein letzter Blick auf das Tigernest.
Ein letzter Blick auf das Tigernest.