Agra

Die am Ufer des Flusses Yamuna gelegene Stadt Agra (1,6 Millionen Einwohner) ist vor allem durch seine während der Herrschaft der Mogulkaiser entstandenen Sehenswürdigkeiten bekannt. Hervorzuheben sind insbesondere das Taj Mahal und das Rote Fort, welche wir uns während unserer Rundreise durch den Norden Indiens natürlich nicht entgehen lassen wollten.

Taj Mahal

Taj Mahal, das "achte Weltwunder", ist ohne Zweifel eines der schönsten und imposantesten Bauwerke der Welt!

DER perfekte Moment: Taj Mahal kurz nach Sonnenaufgang in Bodennebel gehüllt!
DER perfekte Moment: Taj Mahal kurz nach Sonnenaufgang in Bodennebel gehüllt!

Kurz nach Sonnenaufgang hüllt der vom Yamuna aufsteigende Nebel das Taj Mahal fast vollständig ein. Die mystische Stimmung dauerte nur wenige Momente, bevor der Nebel langsam zu weichen beginnt und das Taj Mahal im morgendlichen Licht erstrahlt.


Durch den Lichteinfall scheint das Gebäude aus unzähligen kleinen Diamanten zu bestehen, deren Glanz vom Licht der Sonne reflektiert wird.

Taj Mahal vom Jawab Gästehaus aus, noch menschenleer.
Taj Mahal vom Jawab Gästehaus aus, noch menschenleer.

Wir "gönnten" uns an diesem Tag einen (von der Stadt Agra offiziell zugelassenen) indischen Guide. Diese Entscheidung war goldrichtig. Der Guide besorgte uns sehr rasch die Eintrittskarten (nicht am Eingang zu bekommen), führte uns zu einem kleinen Bus und zeigte uns die "beste" Warteschlange.

 

Vorab brifte er uns, welche Gegenstände auf der Anlage des Taj Mahal nicht erlaubt sind (fast alles ... auch auf der Webseite des Taj Mahal nachzulesen)! Aufgrund der Sicherheitslage ist die komplette Anlage umzäumt und schwer bewacht. Es ist nicht gestattet, bestimmte Gegenstände (insbesondere Rucksäcke, aber auch elektrische Geräte oder ähnliches) mitzubringen. Der Besucher muss am Ende der Warteschlange - vergleichbar mit den Sicherheitsschleusen des Flughafens - durch strenge Kontrollen. Die indischen Sicherheitsbehörden verstehen keinen Spaß, selbst kleinste aber verbotene Mitbringsel werden eingezogen.

Wir haben (glücklicherweise erst beim rausgehen aus der Anlage) erlebt, wie ein Besucher ("westlicher Tourist") des Taj Mahals mit einer Sicherheitskraft diskutiert hat, ob er seine kleine mitgebrachte Schlüsselbund-Taschenlampe behalten darf oder nicht.

 

Wir haben lediglich die Kamera und den Geldbeutel mit Pässen etc. mitgenommen. Selbst das Mobiltelefon haben wir im Hotel gelassen!

 

Die Anlage des Taj Mahal öffnet erst mit dem Sonnenaufgang. Ich war, auch dank des Guide, einer der ersten Menschen auf dem Gelände und konnte die ersehnten Fotos des Taj Mahal ohne Menschen schießen! ;-)

Die Gartenanlage des Taj Mahal wurde im Stil eines Tschahār Bāgh (verteiliger Garten) angelegt. Im Park werden Bäume wie Granatäpfel, Zypressen, orientalische Pflanzen, Maulbeerbäume und Blumen gepflanzt.

Die Minarette wurden so konstruier, dass sie während ...
Die Minarette wurden so konstruier, dass sie während ...
... eines Erdbebens nicht auf das Taj Mahal fallen.
... eines Erdbebens nicht auf das Taj Mahal fallen.

Das Taj Mahal ist durch die Symmetrie seiner Proportionen eines der schönsten und bedeutendsten Gebäude der Mogul-Architektur.

 

So wurde beispielsweise das Jawab Gästehaus nur gebaut, um einen identischen Gegenpart zur auf der gegenüberliegenden Seite des Taj Mahal erbauten Moschee zu haben. Selbiges gilt für die vier Minarette, welche dem Zentralbau des Taj Mahal mit der 57 m hohen Kuppen einen würdigen Rahmen verleihen.

Das Taj Mahal wurde in den Jahren von 1631 bis 1648 von Großmogul Shah Jahan als Mausoleum (Grabmoschee) für seine Frau Mumtaz Mahal erbaut.

Im Zentralraum des Gebäudes befinden sich die Kenotaphe ("Schaugräber") des Paares. Die eigentlichen Grabstätten befinden sich in der darunter liegenden Krypta, welche nicht besichtigt werden kann!

Verzierter Marmor der Außenfassade des Taj Mahal.
Verzierter Marmor der Außenfassade des Taj Mahal.
Blick vom Taj Mahal auf die Wasserbecken und das Haupttor
Blick vom Taj Mahal auf die Wasserbecken und das Haupttor

Der Legende nach wollte Shah Jahan auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses ein identisches Mausoleum aus schwarzem Marmor für sich selbst erbauen. Indiz hierfür ist, dass sich das Mausoleum bei persischen Grabmälern üblicherweise im Zentrum des Gartens befindet – das Taj Mahal liegt jedoch am nördlichen Rand. Durch den Bau der Garten- und Grabanlage auf der anderen Flussseite wären beide Gebäude wieder ins Zentrum gerückt.

Ein letzter Blick auf das "achte Weltwunder".
Ein letzter Blick auf das "achte Weltwunder".

Agra Fort

Amar Singh Tor
Amar Singh Tor

Das Rote Fort in Agra wurde während dem 16. und 17. Jahrhundert von den damals herrschenden Mogulkaisern erbaut.

Begonnen wurde der Bau im Jahr 1565 durch den Mogul Akbar der Große, welcher die Verlegung der Hauptstadt von Delhi nach Agra als Anlass für den Bau des Forts nahm. Akbar nutze für den Bau des Forts überwiegend roten Sandstein aus Rajasthan, woher der Name des Forts rührt.

Innenhof des Amar Singh Tors
Innenhof des Amar Singh Tors

Das Fort besitzt die Form eines Halbmondes und ist von bis zu 21 Metern hohen Mauern umgeben. Der Zugang zum Fort ist nur über die beiden Haupttore, das Delhi-Tor sowie das Amar Singh Tor (oder auch Lahore-Tor), möglich. Da das rote Fort teilweise noch von der Indischen Armee militärisch genutzt wird, ist Touristen das Betreten nur über das Amar Singh Tor gestattet.

 

Seit dem Jahr 1983 ist das Rote Fort Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Blick hinter die Mauer auf die Moschee Moti Masjid
Blick hinter die Mauer auf die Moschee Moti Masjid

Nachdem der Besucher den Innenhof des Haupttors hinter sich gelassen hat, gelangt man über eine Rampe in die großzügige Gartenanlage des Roten Forts.

Die großen, alten Bäume laden zum Verweilen im Schatten ein und mit etwas Glück lassen sich kleine Nagetiere oder Affen auf der Anlage entdecken.

Außenansicht des von drei Seiten zugänglichen Diwan I Am
Außenansicht des von drei Seiten zugänglichen Diwan I Am

Das Innere des Forts ist vor allem durch die prunkvollen Bauten geprägt, welche während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter Mogul Shah Jahan entstanden sind. Im Vergleich zu seinen Vorgängern wurde nun viel mit weißen Marmor sowie aufwendigen Stuck- und Einlegearbeiten gebaut.

 

Einen ersten Eindruck der damaligen Pracht erhält man durch die Besichtigung des Diwan I Am, der öffentlichen Audienzhalle. Vor der reich verzierten Nische (dort befand sich der Thron) des Moguls befindet sich der Baithak, ein kleiner Marmorblock, auf dem die Minister saßen. Vor den Würdenträgern des Mogulreichs wurden hier einst Bitten und Petitionen vorgetragen, Befehle erteilt sowie Recht gesprochen.

Im Inneren des Diwan I Am, hier saß einst der Mogul.
Im Inneren des Diwan I Am, hier saß einst der Mogul.

Die Besichtigung der Palastgebäude beginnt mit dem begrünten Innenhof Macchi Bhavan, welcher von zweistöckigen Arkadengängen gesäumt ist. An den Hof schließt sich die private Audienzhalle (Diwan-I-Khas) an, in welcher der Mogul Würdenträger und Botschafter empfing. Auf dem davor befindlichen Platz befindet sich ein schwarzer Marmorblock: der Thron Jahangirs.

 

Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf den Fluß bis hin zum etwas entfernten Taj Mahal. Leider ist die Sicht meist durch Smog getrübt.

Am späten Vormittag erlebten wir den indischen Smog - so weit das Auge reicht ...
Am späten Vormittag erlebten wir den indischen Smog - so weit das Auge reicht ...

An der Rückseite des Diwan-I-Khas führt ein Bogengang zum Musamman Burj, einem zweistöckigen Pavillon. Hier soll einst Shah Jahan der Legende nach vor seinen Tod einen letzten Blick auf das von ihm erbaute Taj Mahal geworfen haben.

Die heute nur noch gräulich zu erkennenden Ornamente wurden einst aus Gold gemalt.
Die heute nur noch gräulich zu erkennenden Ornamente wurden einst aus Gold gemalt.

Südlich des Musamman Burj liegt der marmorne Privatpalast Khas Mahal, welcher die Wohn – und Schlafgemächer des Herrschers beherbergte. Der Palast wurde absichtlich in Flussnähe erbaut, um die von dort kommende, kühle Briese zu nutzen.

 

Der Garten in der Mitte des Palasts bildet mit seinen Blumenbeeten, den hochgelegten Marmorpassagen und dem zentralen Wasserbecken ein gelungenes Ensemble.

Gartenanlage im Khas Mahal
Gartenanlage im Khas Mahal