Reisebericht Teneriffa

Debora und ich flogen im September 2009 auf die größte Kanarische Insel Teneriffa.

Die Insel ist ca. 80 Kilometer lang und bis zu 50 Kilometer breit (Fläche etwa 2.000 Quadratkilometern) bei knapp 900.000 Einwohnern.

 

Nach einem ca. vierstündigen Flug landeten wir auf dem Flughafen Teneriffa Süd.

Nachdem wir unseren Mietwagen abgeholt hatten, fuhren wir nach Los Cristianos zu unserem Hotel.

Der Teide Nationalpark

Ich möchte den Reisebericht mit dem "Nationalpark Teide" starten.

Von Süden über Villaflor auf der Straße "TF 21" kommend erreichen wir den Nationalpark "El Teide".
Von Süden über Villaflor auf der Straße "TF 21" kommend erreichen wir den Nationalpark "El Teide".

Kurzum: Wir waren von dem Nationalpark begeistert und mehrmals dort.

Die wunderschöne Natur, die fantastischen Ausblicke von oben auf die Wolken, die grandiose Steinformationen sowie dem König der Vulkanberge, dem Teide.

 

Der Nationalpark ist knapp 19.000 Hektar groß und wurde im Jahr 1954 gegründet. 2007 wurde das Gebiet des Parks von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen.

 

Seit einigen Jahren wird die Einhaltung des Naturschutzes verschärft durch die permanente Anwesenheit von Wildhütern kontrolliert, was durch den starken Anstieg des Tourismus (knapp 4 Millionen Personen pro Jahr) nötig wurde. Wandern abseits der vorgegebenen Wege wird nicht geduldet.

Sein Name, „El Teide", ist die hispanisierte Form des Guanchen-Begriffes „Echeyde". Er bezeichnet die Wohnung des bösen Dämonen Guayota, welcher, der Legende nach, den Sonnengott Magec eingefangen hatte und im Echeyde gefangen hielt. Die Dunkelheit erschreckte die Guanchen zutiefst und sie baten ihren obersten Gott, Achamán, um Hilfe. Dieser verjagte Guayota, befreite den Sonnengott Magec und verschloss die obere Öffnung des Echeyde mit einem Stopfen, dem sogenannten „Pan de Azúcar" (Zuckerbrot) oder „Pitón" (Zuckerhut).

Quelle: Wikipedia

Llano de Ucanca, auch ein beliebter Foto-Stopp
Llano de Ucanca, auch ein beliebter Foto-Stopp

Die bizarrste und schönste Felsengruppe in den Cañadas sind die im Zentrum auf der Hochebene "Llano de Ucanca" liegenden Roques de Garcia am Fuße des Pico del Teide.

 

Der wahrscheinlich bekannteste Felsen dieser Gruppe ist der "Roque Cinchado", der auch "Finger Gottes" genannt wird.

 

Früher war er auf dem 1000 Peseten Schein abgebildet.

Roques de Garcia, davor Zeitzeugen von der ewigen Brandgefahr.
Roques de Garcia, davor Zeitzeugen von der ewigen Brandgefahr.

Der Pico del Teide ist mit 3.718 Metern die höchste Erhebung auf der Kanarischen Insel Teneriffa und ebenfalls höchster Berg auf spanischem Staatsgebiet.
Außerdem ist der Teide der dritthöchste Inselvulkan der Erde und gehört zum Gemeindegebiet von La Orotava.

Pico del Teide (3.718 m)
Pico del Teide (3.718 m)

Er erhebt sich aus einer riesigen Caldera mit 17 Kilometer Durchmesser namens Las Cañadas.

 

Den Teide selbst kann man nicht als einen Vulkan, der aus einem Guss entstanden ist, ansehen. Das Ganze ist eher ein Schichtvulkan, der sich durch die Anhäufung von Material aufeinander folgender Eruptionen bildete.

Der 200 Meter hohe Teidegipfel El Pitón entstand ebenfalls aus einem älteren Krater.

Man kann den Teide über einen gut beschilderten Weg besteigen.

Die Wege sind teilweise sehr weit und dadurch (Länge und Höhenmeter bis 3.700 m über Null) schwer.


Alternativ führt auch eine Seilbahn, die Teleférico del Teide, bis ca. 150 Höhenmeter unterhalb des Gipfels. Mit Debora bin ich per Seilbahn auf den Berg gefahren. Die uns hier bietenden Ausblicke waren phantastisch!

Allerdings reizte mich eine Besteigung zu Fuß und ohne Seilbahn.

Mehr dazu, siehe etwas weiter unten! ;-)

Ein weiter Weg auf den Gipfel!
Ein weiter Weg auf den Gipfel!
"Arizona"
"Arizona"

Vielfach konnte man meinen, wir sind nicht auf Teneriffa sondern im Westen der USA, in Arizona.

Überall wurderschöne Felsformationen und durch das geniale Wetter auch perfekte Objekte für meine Fotokamera!

Der Nationalpark hat ein breites Spektrum an Natursehenswürdigkeiten.

Neben den angesprochenen Felsformationen und dem König von Teneriffa (dem Pico del Teide) gibt es noch wüstenähnliche Gebiete, grandiose Landschaften mit beeindruckenden Ausblicken von oben auf die Wolken.

Debora und Dennis
Debora und Dennis

Besteigung des Pico del Teide (3.718 Meter)

Wie schon angedeutet, reizte mich eine Besteigung des Pico del Teide zu Fuß. Alleine schon die fotografischen Möglichkeiten bei einer solchen Tour waren für mich Motivation genug. Natürlich war aber auch die sportliche Herausforderung auch ein Grund für diese Ochsentour.

 

Los ging es ab einem kleinen Parkplatz zwischen der Teleférico und dem Aussichtspunkt "Mirador de San José" auf etwa 2.300 Metern Höhe.

Startpunkt der Gipfeltour
Startpunkt der Gipfeltour

Da für die Besteigung des Gipfels eine schriftliche Genehmigung erforderlich ist, wurde ich im Büro der Nationalparkverwaltung in Santa Cruz de Tenerife für die Tour angemeldet. Dabei musste ich eine Kopie meines Personalausweises faxen.

 

Ohne schriftliche Genehmigung würde die Tour ca. 150 Höhenmeter unterhalb des Gipfels enden. Der Durchgang wird durch die Parkranger persönlich kontrolliert.

 

Die ersten Kilometer waren eher gemütlich und leicht. Die Gelegenheit nutze ich für ein ausgiebiges Fotoshooting.

Nachdem die ersten Höhenmeter überwunden sind, wurde der Weg auch deutlich steiler. Wir näherten uns der 3.000 Meter Grenze, noch ging es mit der Kondition sehr gut. Ich konnte in aller Ruhe den Weg zur Schutzhütte "Refugio Altavista" (3.260 Meter) nehmen und unterwegs weiter fleißig Bilder schießen.

Der Gipfel ist in Sicht.
Der Gipfel ist in Sicht.

Auf der Hütte angekommen, gab es erstmal ein "Mittagessen".

Für einen ausgelassenen Schmaus fehlten natürlich die Zutaten, aber auch ein Salami-Brötchen schmeckte nach fast 1.000 Höhenmetern richtig gut! Genug zu trinken hatte ich auch mit (zwei Liter Teneriffa´sches Wasser).

 

So ganz langsam merkte ich auch die Höhe, jeder Schritt nach oben wurde schwerer, ich konnte mir es also ausmalen, was mich die nächsten 500 Höhenmeter noch erwartet. Der Weg führte nach der Pause problemlos weiter Richtung Seilbahn-Häuschen.

Das sonnige Wetter täuscht. Es war ab 3.000 Metern recht frisch und sehr windig.
Das sonnige Wetter täuscht. Es war ab 3.000 Metern recht frisch und sehr windig.

Nachdem wir die Kontrolle auf ca. 3.500 Metern bei den Rangern passiert hatten, ging es ziemlich steil bergauf. Nun merkte ich deutlich die Höhe. Etwas langsamer und mit einigen kurzen Pausen (eigentlich war es mir ja recht, so hatte ich Zeit für Fotos) kam ich dem Gipfel näher.

Ein gradioses Panorama auf dem Weg zum Gipel. Dieses Foto entstand aus 10 Einzelbildern.
Ein gradioses Panorama auf dem Weg zum Gipel. Dieses Foto entstand aus 10 Einzelbildern.

Steil, aber doch problemlos waren die letzen Meter zu überwinden.

Und endlich: Ich stand auf dem Gipfel in 3.718 Metern Höhe. Überglücklich und ein wenig stolz konnte ich die Aussicht genießen.

Ein weiterer Bergsteiger, der zeitgleich mit mir den Aufstieg machte, hatte eine Flasche "Jägermeister" dabei, die natürlich sofort die Runde machte.

Auf dem Gipfel.
Auf dem Gipfel.

Nach einem kleinen Schluck von dem Kräuterlikör und einigen Fotos war ich eher damit beschäftigt, meine Mütze festzuhalten. Der Wind auf dem Gipfel war sehr stark und kalt, wie man auf dem Foto von mir sieht.

Panorama auf dem Gipfel des Pico del Teide (aus zwei Einzelaufnahmen)
Panorama auf dem Gipfel des Pico del Teide (aus zwei Einzelaufnahmen)

Nach bestimmt 15 Minuten auf dem Gipfel ging es die etwa 150 Höhenmeter wieder bergab Richtung Seilbahn, mit der ich mich vom Pico del Teide verabschiedete und abwärts fuhr.

Der Pico del Teide, fotografiert auf dem Rückweg. Welch geniales Licht!
Der Pico del Teide, fotografiert auf dem Rückweg. Welch geniales Licht!

Ein wunderschöner und erlebnisreicher Tag ging zuende. Es war sicher nicht meine letzte Besteigung eines 3000er! ;-)

Masca

Masca selbst ist ein kleines Bergdorf mit kaum 100 Einwohnern im Nordwesten der Insel.


Früher war der im Teno-Gebirge (bis 800 m über dem Meersspiegel) gelegene Ort nur über eine Sandpiste von Santiago del Teide aus zu erreichen.


Mittlerweile verbindet eine schmale kurvige Bergstraße Masca mit Buenavista und Santiago del Teide.

Allerdings ist auch diese Straße ein Erlebnis für sich.

Eine der beliebtesten und berühmtesten Wanderungen auf Teneriffa beginnt in der unteren Ortsmitte und führt durch den Barranco (Klamm) bis zum Meer.

Debora und ich wollten unbedingt die Wanderung durch die Schlucht von Masca machen. Zu diesem Zweck schlossen wir uns einer Wandergruppe an, die die Teilnehmer vom Hotel mit einem Kleinbus abholte. Schon alleine die Fahrt mit dem Bus über die kleinen Straße nach Masca war so ziemlich das interessanteste und spannendeste Ereignis unseres Urlaubs. Mit einer Mischung aus Ruhe, Geduld und Können chauffierte uns der Fahrer Meter für Meter Richtung Masca.

 

Vorteil einer geführten Wandergruppe war, wir wurden direkt am Meer von einem Boot abgeholt und wurden an den Felsen von Los Gigantes vorbei in den Hafen von Puerto de Santiago gefahren. Unterwegs war es uns vergönnt, noch Delfine zu sehen.

Inselrundfahrt

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Einige Bilder möchte ich stellvertretend für die Schönheit der Insel zeigen. Debora und ich durchquerten mit unserem Mietwagen die komplette Insel, auch über verschiedene Straßen und Landschaften.

 

Besonders bekannt ist der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco), speziell der angeblich 1000jährige bei Icod de los Vinos im Norden der Insel.

 

"Bosque de la Esperanza": Ein weiteres Highlight ist sicher herrliche Kiefernwald im Nordosten der Insel. Herrliche Straßen und gradiose Ausblicke mit einer eher unberührten Natur.

 

Allgemein ist ein Urlaub auf der Insel nicht teuer. Für wenig Geld bekommt man viel Urlaub, der abwechslungsreich und spannend ist. Den Urlaub gebucht haben Debora und ich hier.

Pyramiden von Güímar

Wir besichtigten den Pyramidenpark bei Güímar. Bei den Pyramiden handelt es sich um sechs rechteckig langgestreckte, pyramidenförmige Terrassenbauten aus Lavasteinen.

Entstanden sind die Bauten wohl im 19. Jahrhundert, imposant anzuschauen sind sie aber allemal.

Städte auf Teneriffa

Am 11. September um 15:22 Uhr herrschten in Puerto de la Cruz 35 Grad.
Am 11. September um 15:22 Uhr herrschten in Puerto de la Cruz 35 Grad.

Die meisten der größeren Städte besuchten wir während unseres Aufenthalts auf der Insel.

 

Neben der großen Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife möchte ich noch ein paar Bilder aus Puerto de la Cruz im Norden (sehr schöne Uferpromenade) zeigen.

Sonne, Strand und Meer

Strände gibt es auf Teneriffa genug, teils mit Sand, teils auch mit Kies.

Manche wurden künstlich aufgeschüttet, wie der wunderschöne Playa de las Teresitas (mit gelbem Sand aus der Sahara) bei Santa Cruz de Tenerife.

 

Besonders hat uns der Strand in Puerto de Santiago bei Los Gigantes gefallen, der "Playa de la Arena". Dieser kleine und sehr schöne Landstrich besteht aus schwarzem Vulkanstrand und lässt durch die umstehenden Palmen fast an karibische Traumbuchten denken!

 

Ein weiteres Highlight war unserer Meinung nach "El Médano". Der längste Strand der Insel ist in der Nähe des Flughafen Süd und durch seine Lage sehr windig. Da fast keine Hotelgiganten in der Umgebung gebaut wurden, ist der Strand (fast) menschenleer und läd dadurch zu Spaziergängen förmlich ein.

La Gomera

Einen Tag lang besuchten wir die Nachbarinsel La Gomera.

Eine Fährverbindung wird u. a. von Fred. Olsen Express zwischen Los Christianos und San Sebastián de la Gomera angeboten. In knapp 40 Minuten fuhren wir mit dem Schnellboot zwischen den beiden Inseln über den Atlantik.

 

La Gomera ist nach El Hierro die kleinste der sieben Kanarischen Inseln besitzt aber mehrere Vegetationszonen.

Aufgrund der Höhenlage und ihres Mikroklimas sind diese sehr unterschiedlich. Neben Lorbeerwälder und immergrüne Farnen gibt es in Höhenlagen ein Heidemischwald aus Gagelstrauch (Faya) und Baumheide (Brezo).

 

Inmitten La Gomeras liegt der Nationalpark Garajonay, der circa 10 % der Inselfläche bedeckt. Sein Ökosystem steht seit 1986 als Weltnaturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Die Wälder im Park sind Lorbeerwälder, die aufgrund der fehlenden Eiszeit hier noch existieren. Unser Reiseleiter gab an, dieses System wäre ca. 5 Millionen Jahre alt.

Das Herzstück des Nationalparks besteht aus immergrünem Nebelwald mit bis zu zwei Meter hohen Farnen, von den Bäumen hängenden langen Bartflechten, moosbewachsenen knorrigen Ästen und Bächen mit einigen wenigen Wasserfällen.

 

Der Entdecker Christoph Kolumbus brach von San Sebastián de la Gomera am 6. September 1492 nach Amerika auf.

 

Der Brunnen "La Aguada" im alten Zollhaus, aus dem Kolumbus die Wasserreserven für die Überfahrt sowie das Wasser zur Taufe Amerikas geschöpft haben soll, existiert noch heute und wird durch eine Gedenktafel gekennzeichnet.